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Bundesregierung wird auf makoge-Projekt aufmerksam

Bundespressestelle verbreitet ein Video über die Arbeit von Flüchtlingen
in den sozialen Medien

 

 

Interkulturelles Forum zu Arbeit mit Geflüchteten in der

Landesmusikakademie NRW

 

 

Engagement

Kulturabend erbringt 5.000 Euro für Flüchtlingsprojekt
 

 

Wuppertaler Rundschau, 16. November 2016
 

 

 

Auszeichnung für Mandolinen-Orchester

Besonderer Einsatz der "makoge" in der Flüchtlingsarbeit belobigt

Das Sparde-Musiknetzwerk fördert Projekte, die der Zukunftsorientierung musikalischer Bildungsarbeit dienen und einen modellhaften Charakter haben. Einmal jährlich werden bis zu vier Projekte mit der Sparda-Musiknetzwerk- Auszeichnung prämiert.

Sie stehen für ein beispielhaftes Engagement in den formulierten  Themenfeldern „Willkommenskultur leben / Nachwuchs finden / Demographischen Wandel gestalten / Kulturelles Erbe pflegen“.
Alle Auszeichnungen wurden am 1. Oktober im Rahmen einer feierlichen
Veranstaltun im Partika-Saal der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf verliehen. In ihrem Grußwort zu Beginn lobte Ursula Wißborn, Vorstand der Sparda-Stiftung, das Engagement aller Beteiligten und besonders das der ehrenamtlich Tätigen: „Sie tragen dazu bei, die vielfältige Kultur in unserem Land in Bewegung zu halten.“

Vor Ort präsentierten sich die frischgebackenen Ausgezeichneten auch mit einem Musikbeitrag. Musikvereine und Musikschulen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung, das zeigt dieses Projekt exemplarisch.

Innerhalb kürzester Zeit entwickelte die Mandolinenkonzertgesellschaft Wuppertal (makoge) im letzten Jahr ein  integratives Angebot für Flüchtlinge, das über das gemeinsame Musizieren hinausgeht und den Aspekt der Qualifizierung zum Musikstudium mit im Blick hat. Kostenloser Instrumentalunterricht war das Mittel, um Flüchtlingen kurzfristig eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten, ihnen Erfolgserlebnisse und Wertschätzung zu vermitteln, sie mit gleichaltrigen im gemeinsamen Tun zusammenzubringen.

Für die Ansprache und Gewinnung der Musiker wurden die Netzwerke in der Stadt genutzt, die Musikschule stellte die Räumlichkeiten, Instrumente wurden zum Teil über Sponsoren finanziert.

Aktuell sind 32 Schüler mit Mandolinen, Gitarren und Baglamas im Gruppenunterricht und sind integriert in die Konzerte und Workshops der makoge. Ein besonders talentierter junger Gitarrist aus Syrien bekommt kostenlosen Einzelunterricht an der Bergischen Musikschule, ein weiterer junger Syrer aus dem Projekt wird von der Musikschule für einen Masterstudiengang an der Hochschule vorbereitet.

Westdeutsche Zeitung, 29. September 2016

 

 

 

 

Bundespresseamt wirbt mit makoge - Projekt

Die Bundesregierung dreht mit zehn erfolgreichen Flüchtlingsinitiativen Videoclips.


Wuppertal. Die Bundesregierung ist auf eine Kultur-Initiative aus Wuppertal aufmerksam geworden und wirbt bald damit im Internet. Das Kooperations-Projekt der Mandolinen-Konzertgesellschaft (Makoge) Wuppertal und der Bergischen Musikschule „Instrumentalunterricht für Flüchtlinge“ gehört zu zehn Flüchtlingsprojekten bundesweit, die bald per Videoclip als Referenzprojekte für „#Deutschlandkanndas“ vorgestellt werden.

Seit Herbst 2015 erhalten Geflüchtete, die in Wuppertal leben, bei der Makoge kostenlosen Instrumentalunterricht. Die Bergische Musikschule stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Initiative will Neu-Wuppertalern mit Fluchthintergrund das Ankommen erleichtern.

„Bis Ende September wird ein Video über das Projekt erstellt, welches dann über die Kanäle der Bundesregierung verbreitet wird. Hierzu gehört neben Youtube und Twitter insbesondere das Facebook-Profil der Bundesregierung“, berichtet Thomas Horrion, der stellvertretende Vorsitzende der Makoge. „Dass wir zu den zehn Projekten gehören, die aus diesem Kreis von mehr als 500 Initiativen ausgewählt wurden, ermutigt uns, den bisher eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Noch mehr ermutigt uns aber die Begeisterung, mit der das Angebot von unseren inzwischen 56 Schülern auch genau ein Jahr nach Start des Projektes nach wie vor angenommen wird.“

Mehr als 500 Initiativen sind es schon, die sich bei #Deutschlandkanndas für Flüchtlinge und Integration stark machen. Alle Projekte kann man sich im Internet anschauen. jnw

Westdeutsche Zeitung, 29. September 2016

 

 

 

Presseinformation des Sparda-Musiknetzwerkes

Gemeinsam musizieren verbindet

Sparda-Musiknetzwerk zeichnet Musikprojekt aus Wuppertal aus


Wuppertal, 22. Juni 2016. Bereits seit 12 Jahren verfolgt das Sparda-Musiknetzwerk erfolgreich das Ziel, Projekte zu fördern, die der Zukunftsorientierung musikalischer Bildungsarbeit dienen und einen modellhaften Charakter haben. Einmal jährlich werden bis zu vier Projekte mit der Sparda-Musiknetzwerk Auszeichnung prämiert. Bewerben konnten sich in diesem Jahr öffentliche Musikschulen, Chöre sowie Laienmusikensembles und -vereine. 

Die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes hat aus insgesamt 21 Bewerbungen die folgenden vier Projekte für eine Auszeichnung ausgewählt. Sie stehen für ein beispielhaftes Engagement in den für dieses Jahr formulierten Themenfeldern „Willkommenskultur leben / Nachwuchs finden / Demographischen Wandel gestalten / Kulturelles Erbe pflegen“ 

Mandolinenkonzertgesellschaft Wuppertal e.V. gemeinsam mit der Bergischen Musikschule Wuppertal

Projekt “Instrumentalunterricht für Flüchtlinge”

Musikvereine und Musikschulen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung, das zeigt dieses Projekt exemplarisch. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte die Mandolinenkonzertgesellschaft Wuppertal (makoge) im letzten Jahr ein integratives Angebot für Flüchtlinge, das über das gemeinsame Musizieren hinausgeht und den Aspekt der Qualifizierung zum Musikstudium mit im Blick hat. Kostenloser Instrumentalunterricht war das Mittel, um Flüchtlingen kurzfristig eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten, ihnen Erfolgserlebnisse und Wertschätzung in Konzerten zu vermitteln, sie mit Gleichaltrigen im gemeinsamen Tun zusammenzubringen. Für die Ansprache und Gewinnung der Musiker wurden die Netzwerke in der Stadt genutzt, die Musikschule stellte die Räumlichkeiten, Instrumente wurden zum Teil über Sponsoren finanziert. Aktuell sind 32 Schüler mit Mandolinen, Gitarren und Baglamas im Gruppenunterricht und sind integriert in die Konzerte und Workshops der makoge. Ein besonders talentierter junger Gitarrist aus Syrien bekommt kostenlosen Einzelunterricht an der Bergischen Musikschule, ein weiterer junger Syrer aus dem Projekt wird von der Musikschule für einen Masterstudiengang an der Hochschule vorbereitet. 

Die Resonanz innerhalb der Stadt, in den Musikverbänden des Landes und der landesweiten Presse war außerordentlich. So kann es gelingen, die guten Beispiele musikalischer Integrationsarbeit bekannt zu machen, weitere Projekte anzustoßen und zur positiven gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen.

Die Jury im Sparda-Musiknetzwerk würdigt dieses engagierten Projekt für die aktive Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels mit einer Auszeichnung.

 

 

 

Die Mandoline in der Barockmusik

Die „Makoge“ konzertiert in der Kirche von Sankt Christophorus


(Ba./PK)
 Die Mandoline ist ein altes Instrument. Erste Hinweise auf die Erfindung der Mandoline datieren aus dem frühen 17. Jahrhundert. So ist es auch kein Wunder, dass bereits berühmte Komponisten des Barocks, unter anderem auch Domenico Scarlatti, zahlreiche Stücke für dieses Instrument schrieben.

Ein anderer Mandolinenverehrer war Antonio Vivaldi. Eben jener war beim Konzert der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal („Makoge“) am Abend des 13. März in der Kirche Sankt Christophorus am Schliemannweg allgegenwärtig.

Für den Beginn des Konzertes hatten sich die Musiker etwas Besonderes ausgedacht: Zusammen mit jugendlichen Flüchtlingen, die im Rahmen eines Projekts der ‑„Makoge“ Instrumentalunterricht erhalten, spielte das Zopfensemble der Bergischen Musikschule Paketes berühmten Kanon und Wolfgang Gasts ‑„Spaß an Vivaldi“, in dem der 1955 geborene Komponist einige Versatzstücke aus Vivaldis ‑„Vier Jahreszeiten“ in einer Art Suite vereinigt hat.

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft unter der bewährten Leitung von Detlef Tewes spielte drei concerti von Vivaldi. Zusammen mit den Solisten Julia Volk und Maren Cardinal (Mandoline) sowie Katrin Eisennagel (Mandoloncello) erklang ein authentischer Vivaldi in einer Tonsprache, die der Originalkomponist sehr nahe war. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Themen, die man ‑„irgendwo schon einmal gehört hat“, von Vivaldi stammen.

Aber auch Johann Sebastian Bach erklang. Besonders stach hier die Bearbeitung des 3. Brandenburgischen Konzerts hervor, das man so auch noch nicht gehört hat. Detlef Tees selbst hat die Komposition für Zupforchester bearbeitet.

Die Besucher in der vollbesetzten Kirche dankten mit langanhaltendem Beifall.

Eis ist im Übrigen auch kein Wunder, warum ausgerechnet in Wuppertal das Musizieren mit der Mandoline derart gefördert wird. Den einzigen europäischen Lehrstuhl für Mandoline bekleidet Caterina Lichtenberg, ansässig in der Hochschule für Musik und Tanz Köln am Standort Wuppertal.

 Peter Kloß, SonntagsBlatt / 20.03.2016
 

 

 

Die Konzerte machen mich froh
 

Selbstkontrolle, ja, die fehlt so manchem in der derzeitigen Flüchtlingskrise, die uns ja lalle beschäftigt. Auch hier in Wuppertal, aber nicht mit Meckern, sondern mit guter Willkommenskultur.

„Musik ist international“ – das ist für Thomas Horrion von der Bergischen Musikschule keine leere Phrase. Jana Turek hat mit ihm über ein Gitarrenprojekt mit gut über zwei Duzend Flüchtlingen gesprochen, bei dem auch die Wuppertaler Mandolinen-Konzertgesellschaft beteiligt ist.

Thomas Horrion von der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal wollte Flüchtlingen helfen, wusste aber zunächst noch nicht, wie. Aber eines war für ihn klar: Musik macht Freude, verbindet Menschen und ist somit gut für die Integration. „Wir haben uns überlegt, dass wir was machen wollten in Sachen Flüchtlingsarbeit und wussten aber nicht genau, was und in welcher Richtung. Da kam eine Ausschreibung vom Landesmusikrat bei uns auf den Tisch, wo eben ausgeschrieben war, dass Vereine gefördert werden, die im kulturellen, musikalischem Bereich mit Flüchtlingen zusammenarbeiten. Das war für uns dann der Anlass, im September dieses Projekt zu planen, dass im Oktober gestartet ist.“

Aller Anfang ist schwer, aber dank eines Kooperationspartners konnte das Projekt schnell an den Start gehen. „Das stößt natürlich erst auf eine Menge Probleme, wie man so etwas umsetzt und dazu gehört unter anderem: wo findet der Unterricht statt. Weil der Plan war eben, Mandoline, Gitarre und Baglama umsonst zu unterrichten. Dafür braucht man Räumlichkeiten und da hat sich die Bergische Musikschule unkompliziert gezeigt und war bereit, in Kooperation mit uns das zu machen.

Seit dem 21. Oktober 2015 unterrichtet die Mandolinen-Konzertgesellschaft – kurz makoge – mit Hilfe der Bergischen Musikschule Flüchtlinge in Wuppertal. Zum ersten Treffen kamen schon 25 Teilnehmer. Jeder konnte sich das Instrument aussuchen. Die meisten haben sich für die Gitarre entschieden. Aber auch die für viele Flüchtlinge eher unbekannte Mandoline wurde gewählt. Ein paar haben sich auch die Baglama, eine türkische Langhalslaute ausgesucht. Je nach Wissensstand und Instrument wurden sie in Gruppen aufgeteilt. Inzwischen sind es schon 34 Musikschüler, die an dem Flüchtlingsprojekt teilnehmen. „Es ist eigentlich so, dass wir immer neue Gruppen einrichten können. Wir haben jetzt gerade am Samstag eine neue Gruppe eingerichtet, da ist zum Beispiel ein Junge aus Afghanistan zugestoßen, der zuhause keine Musik hören durfte unter den Taliban und jetzt allein mit 17 Jahren nach Deutschland gekommen ist und sich jetzt seinen Wunsch erfüllt, Gitarre zu lernen.“ Die Freiheit, ein Instrument lernen zu dürfen. Für manche ist das etwas Besonderes.

Beim Flüchtlingsprojekt geht es nicht bloß darum, ein Instrument zu spielen. „Unsere Zielrichtung ist nicht nur, den Jugendlichen den Unterricht zu erteilen, die Instrumentenkunde, die Fähigkeit zu spielen, sondern auch der Integrationseffekt. Und den hat man dadurch, dass die Jugendlichen zusammen mit dem Ensemble mit deutschen Jugendlichen mitspielen können, auch auftreten können. Und dass dann eben auch ein Erfolgserlebnis da ist, wenn das Erlernte dargeboten werden kann.“

Ein Erfolg für die Teilnehmer des Flüchtlingsprojektes der makoge. Aber auch ein Gewinn für das Publikum. „… dass aber auch das Publikum sieht, dass es nicht nur die Flüchtlinge gibt, die jetzt leider immer in den Schlagzeilen der Zeitung stehen, sondern dass es überwiegend interessierte und begeisterte Jugendliche sind, die da sitzen und wie jetzt am 13. März Pachelbel und Vivaldi spielen. Also Musik, die nicht ihrer Kultur entstammt, sondern unserer.“

Einer dieser begeisterten Jugendlichen ist der 14-jährige Kareem. Er ist erst seit sechs Monaten in Deutschland. Schon in Syrien hat er Gitarre gelernt. Jetzt kann er sich seinen Traum erfüllen und ein Konzert geben. „Ich liebe Musik und ich möchte weiter mit Musik spielen. Und die Konzerte macht mich froh. Ja.“

Übermorgen kann man sich das Kirchenkonzert um 17 Uhr in St. Christophorus auf Lichtscheid anhören.

 

Radio KiloWatt | TalKultur / 11.03.2016
 

 

Große Nachfrage bei Musikprojekt

Die Makoge lädt Flüchtlinge zum Musizieren ein

Musik verbindet und kennt keine Grenzen. Mit ihrem Musikprojekt will die Mandolinen-Konzertgesellschaft, kurz Makoge, bei der Integration helfen. Insgesamt 27 Schüler werden bereits in acht Gruppen unterrichtet. Laut Organisatoren soll das Projekt den Flüchtlingen ein Stück Normalität vermitteln, ihnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten und sie in die Gesellschaft integrieren. Bereits am 5. Dezember fand ein Interkulturkonzert statt, bei dem ein Ensemble aus Schülern der Bergischen Musikschule und Teilnehmern des Flüchtlingsprojekts gemeinsam ein Stück zum Besten gaben  Ein weiteres Konzert ist für den 13. März geplant. Hier wird das gleiche Ensemble auftreten und den Kanon von Pachelbel und eine Bearbeitung von Vivaldi aufführen.Bereits drei junge Syrer aus dem Umkreis des Projektes konnten in das Orchester aufgenommen werden.Das Musikprojekt ist durch Spenden finanziert und weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Auch die Sparkasse wird zu ihrem 194. Geburtstag die Initiative der Makoge unterstützenund jede Spende bis zu 200 Euro, die am 2. Februar ab 10 Uhr eingeht, verdoppeln.

WZ,  30.01.2016
 

 

Flüchtlingsprojekt in Wuppertal

Das Flüchtlingsprojekt in Wuppertal wird auf Initiative des Landesmusikrates NRW von der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal (makoge) in Kooperation mit der Bergischen Musikschule seit dem Herbst 2015 durchgeführt. Nach zwei gemeinsamen Treffen, auf denen interessierte Jugendliche und junge Erwachsene sich ihr Instrument aus dem Angebot von Mandoline, Baglama und Gitarre durch Ausprobieren wählen konnten, entschlossen sich knapp 30 von ihnen, an diesem Projekt teilzunehmen. Je drei entschieden sich für Mandoline und Baglama, der Rest für Gitarre. Alle werden von Lehrkräften der Bergischen Musikschule in unseren Räumen seit Anfang November kostenlos unterrichtet. Die Lehrkräfte werden zu großen Teilen von der makoge bezahlt, die ihrerseits Zuschüsse des Landes erhält. Die Schülerinnen und Schüler bekommen von verschiedenen Institutionen gestiftete Leihinstrumente und Noten zur Verfügung gestellt.

Ein erstes Interkultur-Konzert mit dem Motto "Ein Kessel Buntes" fand im Rahmen des Projektes am 5. Dezember im Bernd-Mischke-Saal statt. Neben dem Orchester selbst traten auch einige Flüchtlinge solistisch oder in Kammermusikbesetzungen auf, und zahlreiche der am Projekt beteiligten Spieler auf Gitarren und Mandolinen wirkten schon nach den erst wenigen Wochen Unterricht gemeinsam mit dem Zupfensemble der Bergischen Musikschule im Konzert mit.

Zu hören war eine bunte Programmfolge von Tommaso Albinoni über Edvard Grieg bis zu Michael Jackson, alles wurde mit großer Spielfreude vorgetragen.
Ein exotischer Tupfer waren zwei virtuose Stücke syrischer Musik, gespielt auf einem viersaitigen Streichinstrument - dem Djoze -  dessen Korpus traditionell aus einer halben Kokosnuss hergestellt wird. Solisten des Konzertes waren zwei Musiker aus dem Nahen Osten: Danny Al Quassar aus Syrien am Klavier und Bassem Hawar aus dem Irak auf dem Djoze. Die zahlreich erschienenen  Zuhörer waren begeistert und sparten nicht mit Beifall.

Stadt Wuppertal | Bergische Musikschule | Magazin 2015/16
 

 

45 Minuten bestimmen die Integration


Behailu und Tedros leben seit einigen Monaten in Deutschland. Die beiden Flüchtlinge gehen jeden Mittwoch zum Unterricht, aber nicht um Deutsch zu lernen — denn das können sie schon.

Ein Mittwoch Nachmittag Mitte Dezember. Ganz nach dem Motto: Musik verbindet und kennt keine Grenzen. Integration im Herzen von Wuppertal. Eine Reportage von Leon Hohmann.

Ein leises Klopfen kündigt die zwei Flüchtlinge an. Ihre Lehrerin öffnet ihnen die Zimmertüre, sie treten ein. Sie bringen ihre Gitarren mit, und keine Schultaschen auf dem Rücken. Kostenlos erhalten sie Instrumentalunterricht — ein Projekt, dass von der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal e.V. (makoge) in Kooperation mit der Bergischen Musikschule ins Leben gerufen wurde.

Behailu steht das Lachen ins Gesicht geschrieben. Man merkt dem 30-Jährigen deutlich an, dass er sich auf die 45 Minuten dauernde Unterrichtseinheit freut. Es mach e ihm sehr viel Spaß und es sei etwas besonderes, Gitarre zu spielen, sagt er in gebrochenem Deutsch. Der Äthiopier erzählt: Ein Instrument habe er noch nie gespielt. Doch sechs Unterrichtseinheiten und ein Auftritt bei einem Konzert haben anscheinen schon viel bewegt. “Die ersten Stunden waren sehr hart, jetzt wird es einfacher”, sagt Gitarrenlehrerin Fani Papadopoulou. Sie sei sehr zuversichtlich und sehe Behailu und Tedros schon auf einem guten Weg.

Mit vollem Eifer bei der Sache

Die beiden Flüchtlinge wollen das sechssaitige Instrument erlernen — das ist auf den ersten Blick bereits erkennbar: Konzentriert schauen sie abwechselnd auf das zweizeilige Notensystem und auf das Griffbrett, und richten anschließend ihre Finger. Sie folgen dem orangeroten Bleistift, den Papadopoulou hält, mit dem sie den richtigen Takt anzeigt. Zwischendrin kritzelt sie immer wieder in das rote Notenheft, auf dessen Einband sich ein Hase bemüht, Gitarre zu spielen. Tedros bedankt sich für die Hilfestellung, Behailu fragt noch einmal nach: “Muss man das mit dem Daumen spielen?” Seine Lehrerin nicht und lächelt ihn freundlich an.
Die Flüchtlinge sprächen besser deutsch als englisch. Deswegen gebe es normalerweise keine Probleme mit der Verständigung, sagt die Gitarristin. Ihr Unterricht laufe ganz nach Plan.

Weihnachtslieder lassen Herzen höher schlagen

 “Ich möchte mit Euch heute zwei neue Noten lernen. Das F und das D”, sagt Fani Papadopoulou. Für das Weihnachtsfest möchte sie mit ihren Schülern das Lied “Jingle Bells”  einstudieren.
Bei diesen Worten leuchten die Augen von den Beiden auf. Sie würden das Lied kennen, schließlich seien sie auch Christen und hätten in ihrer alten Heimat auch Weihnachten gefeiert, sagt einer der beiden. Tedros schlägt seinen abgewetzten beigen Turnschuh am rechten Fuß mit dem neuen weißen Schnürriemen immer wieder auf den blau-gräulichen Teppichboden der Musikschule. Der Eritreer klopft schon mal den Rhythmus mit. Tap-Tap-Tap, Tap-Tap-Tap, Tal-Tip-Tap-Tap-Ta.

Noch ist es aber noch nicht so weit. Vorher steht noch ein anderes Lied auf der Agenda: Die Flüchtlinge müssen sich noch am _ für sie gänzlich unbekannten — “Ich kenne einen Cowboy” versuchen. Behailu stöhnt nach den ersten zwei taten laut auf. Ganz vertraut wirken die Bewegungen in der linken Hand mit dem Gitarrenhals noch nicht. Er sei sich nicht sicher, welche Töne er als nächstes greifen müsse. Schließlich seien zwei Dinge gleichzeitig zu tun: Die einzelnen Noten auf der Saite greifen und dann auch noch die Finger wechseln. Da müsse er immer hinschauen. Er sagt es nicht explizit, aber man erkennt: er ist neidisch auf die “Profis” und die Fortgeschrittenen, die dieses Stück wohl mit Leichtigkeit spielen könnten.

Papadopolou schaut auf die Uhr, die Dreiviertelstunde ist vorbei. Angefangen habe sie “Jingle Bells” dann doch nicht — dafür sei die Zeit zu knapp gewesen. In der letzten Stunde vor Weihnachten würden sie aber noch so weit kommen, verspricht sie. Dennoch verlassen Behailu und Tedros fröhlich die Musikschule. Sie summen gemeinsam: Jingle Bells, Jingle Bells, Jingle all the way…

 

Leon Hohmann, www.njuuz.de,  30.12.2015
 

 

Und dann war der Saal voll
 

Die Makoge bringt Flüchtlingen das Gitarrespielen bei – und stößt mit ihrem Angebot auf große Resonanz.

Konzentriert blickt Tedros auf seine Gitarre und zupft die Saiten. Seit Mitte Oktober lernt der 25-Jährige bei der Mandolinen-Konzertgesellschaft (Makoge) Gitarre. „Ich liebe die Gitarre, es macht immer großen Spaß“, sagt der Mann aus Eritrea und strahlt. Seit Oktober bekommen rund 20 Jugendliche und Erwachsene aus Äthiopien, Eritrea, Syrien und Nigeria bei der Makoge in Gruppen Unterricht am Instrument.
„Wir wollten uns einbringen angesichts der vielen Menschen, die nach Deutschland flüchten“, sagt Thomas Horrion, stellvertretender Vorsitzender der Makoge. Als der Landesmusikrat dann Fördergelder für Musikprojekte mit Flüchtlingen ausschrieb, griff die Makoge sofort zu. Über das Ressort für Zuwanderung und über Seiteneinsteigerklassen suchten die Musiker den Kontakt zu Flüchtlingen. Die arabischsprachige Sängerin Hayat Chaoui half beim Erstellen von Flugblättern.
Gespannt warteten die Initiatoren im September, ob zum Info-Nachmittag jemand kommen würde. „Und dann war der Saal voll“, erzählt Horrion. Zwar hielten nicht alle Interessenten durch, aber ein Großteil kommt nach wie vor regelmäßig zur Probe. Die Musikschule stellt dafür Räume zur Verfügung. Die Lehrer werden über Fördergelder und Spenden bezahlt. Wobei die Finanzierung für 2016 noch nicht gesichert ist: „Die eigentlich zugesagten Fördermittel für 2016 sind bisher nicht ausgeschrieben“, sagt Horrion besorgt. Immerhin seien aber einige Gelder über die von der WZ unterstützte Spendenplattform Betterplace gekommen.
Auch die Instrumente wurden gespendet oder von Spenden angeschafft. Die meisten wollten Gitarre lernen. Zwei Mädchen üben Mandoline, drei Männer die Laute Baglama.

Ein 14-jähriger Syrer spielt bald im großen Makoge-Orchester mit

Für die meisten war der Kontakt zum Instrument neu, doch es gab auch ein paar Interessenten mit Vorerfahrung: Ein 14-jähriger Syrer spielt schon seit zwei Jahren Gitarre und fängt demnächst im großen Makoge-Orchester an. Ein Musiker hatte in Holms sogar schon seinen Bachelor in Gitarre abgelegt und erhielt von der Makoge erst einmal ein Instrument und knüpfte Kontakte zur Musikhochschule. „Der wurde dann von einem Tag auf den anderen nach Greven verlegt“, bedauert Horrion. Durch Intervention des Wuppertaler Politikers Helge Lindh (SPD) darf er jedoch jetzt wieder nach Wuppertal ziehen.
Für ihn steht nicht nur das Lernen im Mittelpunkt; die Flüchtlinge sollen über den Gruppenunterricht auch Kontakte knüpfen und bei Auftritten Erfolgserlebnisse sammeln. Für ein Interkultur-Konzert schrieb Dirigent Detlef Tewes extra leichte Stimmen, damit die Anfänger beim großen Klangerlebnis mitwirken konnten. „Das ist etwas Besonderes - ich möchte unbedingt weitermachen“, sagt Behailu (30) aus Äthopien.

Tanja Heil, WZ,  29.12.2015
 

 

 

 

Ein Kessel Buntes

"Ein Kessel Buntes" war das Motto des Interkulturkonzertes, das am Samstag, den 5.12. im Bernd-Mischke-Saal stattfand. Eingeladen hatte die Mandolinen-Konzertgesellschaft (makoge), die in Kooperation mit der Bergischen Musikschule ein Projekt für Flüchtlinge durchführt.

Neben dem Orchester selbst traten auch einige Flüchtlinge solistisch oder in Kammermusikbesetzungen auf, und zahlreiche der am Projekt beteiligten Spieler auf Gitarren und Mandolinen wirkten schon nach den erst wenigen Wochen Unterricht gemeinsam mit dem Zupfensemble der BM im Konzert mit.

Zu hören war eine wahrlich bunte Programmfolge von Albinioni über Grieg bis zu Michael Jackson, alles wurde mit großer Spielfreude vorgetragen. Ein exotischer Tupfer waren zwei virtuose Stücke syrischer Musik, gespielt auf einem viersaitigen Streichinstrument - dem Djoze - dessen Korpus traditionell aus einer halben Kokosnuss hergestellt wird. Die zahlreich erschienenen Zuhörer waren begeistert und sparten nicht mit Beifall.

Da das Projekt nur über Spenden weiter geführt werden kann, geben wir hier noch einmal das Spendenkonto der makoge bei der Stadtsparkasse Wuppertal an:

IBAN DE10 3305 0000 0000 7201 28

BIC WUPSDE33

www.wuppertal.de,  08.12.2015
 

 

 

Kulturlandschaft NRW

 

Vorgestern ist in Wuppertal ein Projekt gestartet, dass auch mit Flüchtlingen Musik macht. Die gemeinsame Aktion der Mandolinen-Konzertgesellschaft und der Bergischen Musikschule richtet sich an junge Erwachsene und Jugendliche. Unser Reporter Thomas Karlos war beim Schnuppertag dabei und hat erfahren, dass unter den Flüchtlingen einige musikalische Talente schlummern.

Kareem ist erst vor kurzem aus seiner syrischen Heimat nach Deutschland geflohen. Der junge Erwachsene ist einer von rund 25 jungen Flüchtlingen, die sich beim Schnuppertag in der Bergischen Musikschule einfinden. Deutsch hat er in der kurzen Zeit noch nicht gelernt, aber Englisch spricht er schon ganz gut. Zwei Jahre spielt er Gitarre, erzählt Kareem, romantische, klassische Stücke. Ein Freund seines Bruders habe ihm das Gitarrespielen beigebracht. Geld will er mit der Musik nicht verdienen. Es sei nur ein Hobby, aber er hofft, in einem Konzert mitmachen zu können. Dieser Traum wird für Kareem schon am 5. Dezember wahr. Denn dann wird er gemeinsam mit anderen Flüchtlingen und arrivierten Musikern der Bergischen Musikschule in einem Interkulturkonzert auftreten.

Und, so Thomas Horrion von der Mandolinen-Konzertgesellschaft: "Vielleicht finden wir ihn irgendwann in unserem Orchester wieder." Dort vertreten sind übrigens schon ein syrischer Pianist und ein irakischer Geiger, die als Asylbewerber in Wuppertal leben.

Bis zum Konzert müssen die Flüchtlinge aber noch viel üben. Denn anders als Kareem stehen die meisten hier noch am musikalischen Anfang. Hildegard Halfmann, Gitarre- und Mandolinelehrerin an der Musikschule schart zehn Neulinge um sich, Sie dürfen den Saiteninstrumenten erste Töne entlocken.

Thomas Horrion von der Mandolinen-Konzertgesellschaft hatte die Idee für das Flüchtlingsprojekt. Für ihn ein logischer Schritt, denn sein Orchester war schon immer sehr international. "Wir haben oft Mitspieler aus aller Herren Länder, weil sie hier nach Wuppertal kommen, um an der Musikhochschule zu studieren. Insbesondere Mandoline, aber auch Gitarre und wir haben Leute aus Russland bei uns gehabt, aus Venezuela, Kolumbien, Japan, Griechenland. Und da hat man schon gesehen, dass es als Musiker schon leicht ist, über das Instrument, über die Musik Anschluss zu kriegen, Kontakte zu knüpfen und sich ein Stückchen Heimat aufzubauen,

Für die Flüchtlinge bedeutet der Musikunterricht nach den schrecklichen Erlebnissen, die sie in ihrer Heimat hatten, einfach ein bisschen Normalität. Einmal pro Woche bekommen sie nun in Kleingruppen Unterricht, die talentiertesten sogar einzeln. Sie dürfen die Instrumente auch mit nach Hause nehmen, um dort mit zu üben.

Das Projekt wird vom Landesmusikrat finanziell gefördert. Der 29-jährige Behailu aus Äthiopien ist seit neun Monaten in Deutschland. Er hat einen Flyer entdeckt, mit dem die Musikschule für das Flüchtlings-Musikprojekt wirbt. "Ich habe das Papier in meiner Schule gesehen und interessiere mich auf Gitarrespielen und Klassik ist meine Lieblingsmusik." Der Äthiopier will später mal viel Geld  verdienen mit seiner Musik. Die Gitarrelehrerin Fani Papadopoulou kümmert sich darum, dass Behailu einige Griffe lernt. "Den hattest Du schon gegriffen, das ist e-moll. Und jetzt musst Du mit dem Daumen ganz locker durch alle Saiten gehen."

Die Gitarrenlehrerin weiß, dass nicht alle hier so mutig sind wie Kareem und schon zu Beginn des Unterrichts aus sich herausgehen können, "Natürlich ist das erstmal der Moment, sich zu überwinden, jemand Fremden zu öffnen. Dann kommt noch die Sprachbarriere dazu. Aber dafür ist Musik ja da. Dass man über diese kommuniziert, auch wenn die Sprache noch nicht perfekt ist.

WDR 5,  23.10.2015

 

'makoge' wird in der Flüchtlingshilfe aktiv

 

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal e.V. (makoge) engagiert sich in der Flüchtlingshilfe. Zu diesem Zweck wurde ein langfristig angelegtes Projekt auf die Beine gestellt, das Flüchtlingen Instrumentalunterricht und den Besuch von Konzerten (u.a.) ermöglichen soll.

Hintergrund ist eine Ausschreibung des Landesmusikrates (LMR), nach der sich Orchester an der Flüchtlingshilfe beteiligensollen. Der LMR und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport fördern das Projekt finanziell. Schon vorher hat sich das Orchester Gedanken gemacht, um bei der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden. „Ohne die Hilfe des Musikrates könnten wir das Projekt aber längerfristig nicht stemmen“, sagt stellv. Vorsitzender Thomas Horrion mit Blick auf die Finanzen. die Konzertgesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert sich fast ausschließlich durch die Einnahmen aus Konzerten und den Mitgliedsbeiträgen.

„Uns ist klar, dass wir mit dieser Aktion keine Erstversorgung leisten“, so Horrion. Man wolle den Flüchtlingen, insbesondere den Kindern, ein Stück weit Normalität durch oben genannte Angebote bieten. Der Musikunterricht wird von drei Musiklehrerinnen durchgeführt: Marianne Keller (Mandoline), Fani Papadopoulou (Gitarre) und Asli Dila Kaya (Baglama). Zur Durchführung des Unterrichts kooperiert die 'makoge' mit der Bergischen Musikschule. Diese stellt ihre Räume und einige Leihinstrumente zur Verfügung. Aktuell ist die Konzertgesellschaft noch auf der Suche nach Sachspenden, insbesondere Gitarren. Beim Herbstkonzert am 15. November in der Stadthalle stellen sie im Rahmen der Flüchtlingsarbeit 50 Karten kostenlos zur Verfügung. Vorab gibt es für die Flüchtlinge einen Rundgang durch das historische Gebäude. Gleiches gilt
für das Konzert für und mit Flüchtlingen am 5. Dezember in der Bergischen Musikschule. Dann wird ein syrischer Pianist und Asylbewerber als Solist auftreten. Bei beiden Konzerten wird ein Rahmenprogramm angeboten, d.h. die Flüchtlinge werden vor Konzertbeginn bewirtet.

Am Freitag, 25. September, fand bereits ein erstes Treffen mit interessierten Flüchtlingen statt. 25 junge Leute aus Syrien, dem Irak oder auch aus Ghana nahmen an der Veranstaltung teil und fast alle (23) meldeten sich für den Instrumentalunterricht oder einen Konzertbesuch an.


Die Stadtzeitung, 16.10.2015

 

Jedem Flüchtling sein Instrument

Die Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge scheint kein Ende zu nehmen. Vereine und Privatpersonen unterstützen die Stadt bei der kurzzeitigen Versorgung und Unterbringung. Aber wie sieht es mit einer längerfristigen Betreuung oder Integration aus? Die makoge zeigt, wie es geht.

Essen und Trinken, warme Kleidung im Winter und ein Dach über dem Kopf. Das sind zur Zeit die wichtigsten Aufgaben der Stadt, um Flüchtlingen einen menschenwürdigen Aufenthalt in Wuppertal zu ermöglichen. Viele Privatpersonen und Vereine ziehen mit an diesem Strang und wenden Geld- und Sachspenden auf. Damit werden erst einmal kurzfristige Probleme gestillt. Doch wie geht es dann weiter?

Eine Antwort darauf hat die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal e.V. (makoge). Sie verfolgt das Ziel, Flüchtlingen die Musik und Kultur in Wuppertal näher zu bringen. Das heißt einerseits, dass es kostenlose Konzertkarten für Flüchtlinge geben wird und spezielle Aufführungen stattfinden werden, bei denen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten das Zupforchester begleiten. Andererseits haben insbesondere Flüchtlingskinder und -jugendliche die Möglichkeit, am Instrumentalunterricht kostenlos teilzunehmen. Ab Ende Oktober unterrichten drei Lehrerinnen in Gitarre, Mandoline und Baglama.

Den Flüchtlingen ein Stück Normalität vermitteln

Hintergrund der Aktion ist eine Ausschreibung des Landesmusikrates (LMR): Gefördert werden Projekte von Laienmusikern, die mit Flüchtlingen musikalisch arbeiten. „Wir haben uns schon vorher Gedanken gemacht, wie wir uns bei diesem Thema engagieren können“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Thomas Horrion. Durch die Aufforderung des Musikrates sei das Konzept beschleunigt worden. So würde ein erheblicher Teil der Kosten übernommen. Auch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport beteiligt sich an der Förderung. „Längerfristig könnten wir das Projekt sonst nicht stemmen“, so Horrion mit Blick auf die Finanzen. Die Unterstützung ist zunächst bis zum Jahresende befristet. „Wir hoffen aber auf eine Anschlussförderung“, erklärte er.

(njuuz.de,  11.10.2015)
 

 

 

Klänge aus der Heimat

Das Mandolinen-Orchester Wuppertal hat ein Flüchtlingsprojekt gestartet, das Normalität und Freizeitbeschäftigung sein soll, aber sicherlich auch ein wenig Heimat in die Zukunft bringen wird

Gemeinsam mit der Bergischen Musikschule und finanziell unterstützt vom Landesmusikrat NRW sowie dem Ministerium für Familie, Kinder, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen startet die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal (kurz Makoge) ein Flüchtlingsprojekt. Das soll ihnen ein Stück Normalität vermitteln und zugleich eine Freizeitbeschäftigung bieten. Das Projekt beinhaltet unter anderem den kostenlosen Unterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit den Instrumenten Mandoline, Gitarre und Baglama.

Während die Gitarre hierzulande gut bekannt ist, ist die Mandoline schon unbekannter, ganz zu schweigen von der Baglama. Die Mandoline gibt es seit dem 17. Jahrhundert, sie ist also deutlich jünger als die Gitarre. Von Italien über Paris und Wien gelang ihr bis heute eine immer größere Verbreitung. Und schon Komponisten wie Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven widmeten sich ihr. Dennoch gibt es nur einen professionellen Lehrstuhl in Deutschland, der nicht zufällig an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal, zu finden ist.

Die Baglama ist eine Langhalslaute, die je nach Region auch Cura oder Saz genannt wird. Sie ist vom Balkan bis Afghanistan verbreitet und spielt unter anderem in der Musik der Türkei, Kurdistans, des Irans, Armeniens, Aserbaidschans und Afghanistans eine große Rolle – dürfte also für einige der Flüchtlinge auch vertraute Klänge bedeuten.

Schon beim ersten Informationsabend der Makobe für die Flüchtlinge zeigten 23 Interesse, weitere kamen schnell hinzu. Und tatsächlich: Zur ersten Unterrichtseinheit Ende Oktober in der Musikschule in Wuppertal kamen 26 junge Menschen aus Syrien, Eritrea, Nigeria und weiteren Ländern zusammen, um begeistert in die Saiten zu greifen, wie Thomas Horrion, stellvertretender Vorsitzender der Makoge, berichtet. Unterricht bekommen sie bei Marianne Keller (Mandoline), Fani Papadopoulou (Gitarre) und Asli Dila Kaya (Baglama).

Wer Musik mag, aber selbst kein Instrument spielen oder lernen möchte, wird von der Konzertgesellschaft eingeladen, das Mandolinen-Konzert am 15. November 2015 in der Historischen Stadthalle zu besuchen. 50 Karten stehen für Flüchtlinge kostenlos zur Verfügung. Als Besonderheit wird ihnen vor Beginn des Konzertes die Stadthalle bei einer Führung gezeigt.

Und noch ein Konzert steht im Rahmen des Projektes auf dem Programm: Am 5. Dezember soll es im Großen Saal der Musikschule stattfinden – und zwar mit Beteiligung der neuen Schülerinnen und Schüler. Daneben wird das Orchester selbst auftreten, unter anderem mit der „Fantasie über Themen von Rjabinin“ des russischen Komponisten Anton Arenski, der derzeit im Bergischen Land lebt – und ebenfalls Asyl beantragen will.

Die Wurzeln der Mandolinen-Konzertgesellschaft gehen bis ins Jahr 1919 zurück, als sich junge Menschen zum Wander- und Instrumental-Club Harmonie zusammenschlossen. 1921 fand das erste „richtige Konzert“, also mit Stuhlreihen, unter dem neuen Namen Elberfelder Mandolinen-Gesellschaft statt, wie es in der Chronik der Gesellschaft von Siegfried Büttner und Thomas Horrion heißt. 1934 wurde die Mandolinen-Konzertgesellschaft Elberfeld offiziell gegründet – auch, um sich von der Wandervogel-Romantik zu lösen. 1975 folgte die Umbenennung in Mandolinen-Gesellschaft Wuppertal.

Bergische Blätter  22/2015

 

'makoge' wird in der Flüchtlingshilfe aktiv

 

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal e.V. (makoge) engagiert sich in der Flüchtlingshilfe. Zu diesem Zweck wurde ein langfristig angelegtes Projekt auf die Beine gestellt, das Flüchtlingen Instrumentalunterricht und den Besuch von Konzerten (u.a.) ermöglichen soll.

Hintergrund ist eine Ausschreibung des Landesmusikrates (LMR), nach der sich Orchester an der Flüchtlingshilfe beteiligensollen. Der LMR und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport fördern das Projekt finanziell. Schon vorher hat sich das Orchester Gedanken gemacht, um bei der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden. „Ohne die Hilfe des Musikrates könnten wir das Projekt aber längerfristig nicht stemmen“, sagt stellv. Vorsitzender Thomas Horrion mit Blick auf die Finanzen. die Konzertgesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert sich fast ausschließlich durch die Einnahmen aus Konzerten und den Mitgliedsbeiträgen.

„Uns ist klar, dass wir mit dieser Aktion keine Erstversorgung leisten“, so Horrion. Man wolle den Flüchtlingen, insbesondere den Kindern, ein Stück weit Normalität durch oben genannte Angebote bieten. Der Musikunterricht wird von drei Musiklehrerinnen durchgeführt: Marianne Keller (Mandoline), Fani Papadopoulou (Gitarre) und Asli Dila Kaya (Baglama). Zur Durchführung des Unterrichts kooperiert die 'makoge' mit der Bergischen Musikschule. Diese stellt ihre Räume und einige Leihinstrumente zur Verfügung. Aktuell ist die Konzertgesellschaft noch auf der Suche nach Sachspenden, insbesondere Gitarren. Beim Herbstkonzert am 15. November in der Stadthalle stellen sie im Rahmen der Flüchtlingsarbeit 50 Karten kostenlos zur Verfügung. Vorab gibt es für die Flüchtlinge einen Rundgang durch das historische Gebäude. Gleiches gilt
für das Konzert für und mit Flüchtlingen am 5. Dezember in der Bergischen Musikschule. Dann wird ein syrischer Pianist und Asylbewerber als Solist auftreten. Bei beiden Konzerten wird ein Rahmenprogramm angeboten, d.h. die Flüchtlinge werden vor Konzertbeginn bewirtet.

Am Freitag, 25. September, fand bereits ein erstes Treffen mit interessierten Flüchtlingen statt. 25 junge Leute aus Syrien, dem Irak oder auch aus Ghana nahmen an der Veranstaltung teil und fast alle (23) meldeten sich für den Instrumentalunterricht oder einen Konzertbesuch an.


Die Stadtzeitung, 16.10.2015

 

Jedem Flüchtling sein Instrument

Die Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge scheint kein Ende zu nehmen. Vereine und Privatpersonen unterstützen die Stadt bei der kurzzeitigen Versorgung und Unterbringung. Aber wie sieht es mit einer längerfristigen Betreuung oder Integration aus? Die makoge zeigt, wie es geht.

Essen und Trinken, warme Kleidung im Winter und ein Dach über dem Kopf. Das sind zur Zeit die wichtigsten Aufgaben der Stadt, um Flüchtlingen einen menschenwürdigen Aufenthalt in Wuppertal zu ermöglichen. Viele Privatpersonen und Vereine ziehen mit an diesem Strang und wenden Geld- und Sachspenden auf. Damit werden erst einmal kurzfristige Probleme gestillt. Doch wie geht es dann weiter?

Eine Antwort darauf hat die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal e.V. (makoge). Sie verfolgt das Ziel, Flüchtlingen die Musik und Kultur in Wuppertal näher zu bringen. Das heißt einerseits, dass es kostenlose Konzertkarten für Flüchtlinge geben wird und spezielle Aufführungen stattfinden werden, bei denen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten das Zupforchester begleiten. Andererseits haben insbesondere Flüchtlingskinder und -jugendliche die Möglichkeit, am Instrumentalunterricht kostenlos teilzunehmen. Ab Ende Oktober unterrichten drei Lehrerinnen in Gitarre, Mandoline und Baglama.

Den Flüchtlingen ein Stück Normalität vermitteln

Hintergrund der Aktion ist eine Ausschreibung des Landesmusikrates (LMR): Gefördert werden Projekte von Laienmusikern, die mit Flüchtlingen musikalisch arbeiten. „Wir haben uns schon vorher Gedanken gemacht, wie wir uns bei diesem Thema engagieren können“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Thomas Horrion. Durch die Aufforderung des Musikrates sei das Konzept beschleunigt worden. So würde ein erheblicher Teil der Kosten übernommen. Auch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport beteiligt sich an der Förderung. „Längerfristig könnten wir das Projekt sonst nicht stemmen“, so Horrion mit Blick auf die Finanzen. Die Unterstützung ist zunächst bis zum Jahresende befristet. „Wir hoffen aber auf eine Anschlussförderung“, erklärte er.

(njuuz.de,  11.10.2015)
 

 

 

Amerikanischer Mandolinist rockt Stadthalle

Gemeinsamer Auftritt von Mike Marshall und der makoge

 

Am Ende gab es Standing Ovations für die Musiker, insbesondere für den amerikanischen Solisten Mike Marshall, der seit zwei Jahren in Wuppertal lebt. Vorausgegangen war ein zweistündiges Konzert der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal (makoge) am vergangenen Sonntag im Mendelsohn Saal der historischen Stadthalle.

Unter der Leitung von Detlef Tewes spielte das Zupforchester Werke verschiedener Stilrichtungen passend zum Konzerttitel „American Mandolin“, unter anderem Bluegrass, Folk und Musical. Bekannte Melodien wie die aus der „Westside-Story“ und von „House Of The Rising Sun“ trug die makoge vor. Letztere wurde in verschiedenen Variationen präsentiert, wobei vor allem die Sätze „Rock“ und „Tango“ überzeugten.

Die Orchestermusiker wurden durch die Leidenschaft sowie die damit verbundene starke Ausdrucksweise Marshalls angesteckt. Die Freude an der Musik und die Liebe zu ihren Instrumenten waren deutlich spürbar und es wurde schnell klar, dass zu einem gelungenen Auftritt weitaus mehr dazu gehört als nur das Spielen nach Noten. Die Grammy-Nominierung Ende 2014 für eine Co-Produktion mit dem Turtle Island Quartett verdeutlicht, wie sehr Mike Marshall die Musik am Herzen liegt.

Einer der Höhepunkte des Abends war das Lied „Gator Strut“ für Mandoloncello und Zupforchester, welches das amerikanische Multitalent selber komponierte. Auch die virtuosen solistischen Beiträge des 57-jährigen Mandolinisten zogen das begeisterte Publikum in den Bann und die Musiker kamen nicht um eine Zugabe herum.

(Besucherrezension)
 

Mike Marshall geht nah ran

Folk, Rock, Jazz: Der Musiker probt mit den Kollegen von der Makoge fürs Konzert.

Mike Marshall rockt. Schon wenn der Amerikaner in seiner Wahlheimat Wuppertal nur mit der Mandolinen-Konzertgesellschaft (Makoge) probt, wird die Aula des Gymnasiums Bayreuther Straße zu seiner Bühne.
Denn Marshall dirigiert das Zupforchester nicht vom Notenpult aus. Lieber spielt er mit auf seiner schnittigen Mandoline oder seinem Favoriten, dem gitarrengroßen Mandoloncello. „Damit kriege ich den besten Sound im tiefen Register hin. Bis hin zu schweren Funkgrooves wie bei James Brown.“

Musik kommt nicht aus den Noten, sondern aus dem Körper

Er geht nah an seine Kollegen ran, hört zu, spielt vor und feuert lächelnd an: „Great!“ Das gehört dazu: „Die Musik steckt nicht in den Noten, sie kommt direkt aus deinem Körper.“ „American Mandolin“ heißt das Programm, das Mike Marshall mit der Mandolinen-Konzertgesellschaft und ihrem Dirigenten Detlef Tewes am Sonntag in der Stadthalle spielt. Es bietet einen Querschnitt durch das 40-jährige Schaffen eines Vollblutmusikers, der in vielen Stilen zuhause ist: Folk, Rock, Jazz, Klassik, brasilianischem Choro. Sein Multi-Talent bewies er 2014 auch bei einer CD-Produktion mit dem renommierten „Turtle Island Quartet“: Das Album wurde für den Grammy 2015 nominiert.

Dass es Marshall ausgerechnet ins Tal verschlug, liegt an Caterina Lichtenberg, Mandolinistin und Professorin an der Musikhochschule Wuppertal. 2007 liefen sich beide beim „Mandolin Symposium“ im kalifornischen Santa Cruz über den Weg. „Was soll ich sagen? Als wir uns das erste Mal sahen, hat es sofort gefunkt.“
Inzwischen lebt Marshall, der seinen Lebensunterhalt vor allem mit Online-Mandolinenkursen verdient, mit Frau und zwei kleinen Töchtern in einer Wohnung am Botanischen Garten. An Wuppertal gefällt ihm besonders die vielseitige Musikszene. „Es gibt das Opernhaus, es gibt das Sinfonieorchester. Und wenn ich Jazz oder Latin Music hören will, gehe ich ins Café Ada.“


Daniel Diekhans, WZ, 6.5.2015

 

Mandolinen  -  Offen für neue Stile

Gerade hat die Mandolinenkonzertgesellschaft noch auf den jüdischen Kulturtagen gespielt - und schon geht´s weiter: Am kommenden Sonntag, dem 10. Mai zeigen sie, dass sie auch amerikanischen Folk können. Brigitta Hildebrand hat mit dem Leiter Detlef Tewes und dem Gast-Solisten Mike Marshall über das Konzert gesprochen.
 

Radio Kilowatt, 5. Mai 2015
 

 

 

Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal

 

(NRW) Ein Sonntag im November 2014, 18.00 Uhr, in der Historischen Stadthalle in Wuppertal. Der Mendelssohnsaal ist gut besetzt, nicht ganz voll, aber mehr als 250 Besucher sind gekommen und warten gespannt auf den Beginn des Konzertes mit dem Titel „Nordlichter“. Das Orchester, heute 27 Spieler stark, sitzt auf der Bühne, die Blicke auf den Dirigenten, Detlef Tewes, gerichtet. Auf sein Zeichen setzten die Musiker ein mit dem ersten Satz aus Griegs Suite „Aus Holbergs Zeit“. Und so wird es auch weitergehen: Grieg und Sinding, zwei norwegische Komponisten. Das Orchester wird durch eine Solomandolinistin und eine Sängerin verstärkt, die natürlich vom Publikum mit ganz besonderem Beifall für ihre Leistungen belohnt werden. Aber auch das Orchester ist den eigenen Ansprüchen und denen seines Publikums gerecht geworden, der Konzertabend ist eine schöne Belohnung für die allwöchentliche Probenarbeit und natürlich das Üben zuhause. Danach noch ein oder zwei Stunden gemeinsam Essen, Trinken und Klönen. Morgen geht der normale Alltag für alle wieder weiter.

So oder ähnlich geht es seit gut 100 Jahren, wenn man die Vorläufer der Mandolinen- Konzertgesellschaft Wuppertal mitzählt. 1934 wurde das Orchester unter dem Namen „Ma-Ko-Ge“ (Mandolinen- Konzertgesellschaft Elberfeld) von Ludwig Maulshagen gegründet, der – mit Unterbrechungen der Nazizeit und Krieg – das Orchester bis 1968 leitete. Danach übernahm Professor Hartmut Klug das Orchester und prägte es für viele Jahre musikalisch. Seit 1998 wird es von Detlef Tewes geleitet. Die Vereinsführung lag für über 45 Jahre in den Händen von Peter Flasche, der 1912 völlig überraschend aus dem Leben gerissen wurde.

Der Anspruch des Orchesters ist hoch. Als Laienorchester wollen wir zu den Besten in der Bundesrepublik gehören und haben das bei den Orchesterwettbewerben auch bewiesen. Seit der Gründung des Deutschen Orchesterwettbewerbes 1985/86 belegt die makoge Wuppertal vordere Platzierungen in den Landes- und Bundesausscheidungen. 2004 erlangte das Orchester einen Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Stückes. 2007/08 und 2011/12 wurde jeweils der zweite Platz im Landeswettbewerb und der fünfte im Bundeswettbewerb erzielt, jeweils mit sehr gutem bzw. hervorragendem Erfolg. Das Orchester ist dabei zumeist in ungewöhnlich ungewöhnlich großer Spielstärke, 35-40 Spieler, aufgetreten. Dies bedeutet für ein Zupforchester eine besondere Herausforderung.

Neue Musik ist seit langen ein wichtiger Bestandteil unserer Programme. Als Beispiele für Uraufführungen und Auftragskompositionen zeitgenössischer Komponisten sind zu nennen: „Musi“ Mauricio Kagel, „Fiamme“ von Herbert Baumann und „Pieces 1-6“ von Cathy Milliken. Ein vorläufiger Höhepunkt: 2012 hat das Orchester die Oper „vom guten Ton“ (Musik: Thomas Beimel / Libretto Cornelie Müller) an sechs Abenden im kleinen Haus der Wuppertaler Bühnen uraufgeführt, die erste moderne Oper mit einem Zupforchester als zentraler Klangkörper, angereichert durch vier Bläser des Wuppertaler Sinfonieorchesters und vier Sängern der Wuppertaler Bühnen. Die Oper wurde später auch im WDR komplett und mit Erläuterungen zur Handlung versehen ausgestrahlt. Überhaupt hat die Zusammenarbeit mit dem WDR eine lange Tradition. 1951 wurde die makoge zum ersten Mal für eine Aufnahme verpflichtet, über 150 Titel sind über die Jahrzehnte gesendet worden. 2006 spielte das Orchester live aus dem WDR-Sendesaal „Perpetuum Mobile“ des estnischen Komponisten Urmas Sisask im Rahmen der WDR 3 Nachtmusik.

Zwei weitere Partner der makoge sind seit langer Zeit die Bergische Musikschule Wuppertal sowie die Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal. Die dortige Mandolinenklasse, derzeit von Frau Professor Catherina Lichtenberg geleitet, ist eine internationaler Magnet für junge Mandolinistinnen und einige von ihnen, aus Russland, Kolumbien, Griechenland oder Japan haben über mehrere Jahre „studienbegleitend“ in der makoge mitgespielt. Aber auch (ehemalige) Studentinnen der Gesangs- oder Flötenklasse sind immer wieder gerne bei Auftritten als Solisten dabei. Die Zusammenarbeit mit angehenden oder fertige ausgebildeten Profimusikern ist für die Verbesserung der musikalischen Qualität des Orchesters entscheidend. Genauso wichtig ist aber auch die Nachwuchsförderung, die wir mit der Bergischen Musikschule und privaten Wuppertaler Musikschulen betreiben. Eine Institution sind bereits unsere gemeinsamen Workshops für Mandolinen- und Gitarrenschüler, die zweimal im Jahr stattfinden. Nächstes Jahr besteht die Bergische Musikschule 50 Jahre und wir freuen uns über zwei gemeinsame Konzerte mit Musikschülern im Februar in Wuppertaler Kirchen.

Ein Montagabend im November, 19.00 Uhr, 30. Probenbeginn im Gymnasium der Bayreuther Straße in Wuppertal. Die Spieler haben ihre Notenständer aufgestellt und die Instrumente gestimmt. Die neuen Noten sind verteilt: Santa Morena von Jacob do Bandolim und andere Stücke für das nächste Konzert. 2015 wird ein anstrengendes Jahr für das Orchester: Ein Konzert mit Mike Marshall im Mai wird unseren musikalischen Horizont in Richtung amerikanische Folk und Bluegrass Musik erweitern und dann steht ja auch wieder der NRW Landesorchesterwettbewerb in Duisburg im September an. Diesmal werden wir mit einer kleineren Besetzung als früher antreten, aber das Ziel ist dennoch: Wieder zu den Besten gehören und uns für den Bundeswettbewerb 2016 qualifizieren. Einer der Höhepunkte des Abends war das Lied „Gator Strut“ für Mandoloncello und Zupforchester, welches das amerikanische Multitalent selber komponierte. Auch die virtuosen solistischen Beiträge des 57-jährigen Mandolinisten zogen das begeisterte Publikum in den Bann und die Musiker kamen nicht um eine Zugabe herum.

Auftakt 1/2015
 

Mike Marshall geht nah ran

Folk, Rock, Jazz: Der Musiker probt mit den Kollegen von der Makoge fürs Konzert.

Mike Marshall rockt. Schon wenn der Amerikaner in seiner Wahlheimat Wuppertal nur mit der Mandolinen-Konzertgesellschaft (Makoge) probt, wird die Aula des Gymnasiums Bayreuther Straße zu seiner Bühne.
Denn Marshall dirigiert das Zupforchester nicht vom Notenpult aus. Lieber spielt er mit auf seiner schnittigen Mandoline oder seinem Favoriten, dem gitarrengroßen Mandoloncello. „Damit kriege ich den besten Sound im tiefen Register hin. Bis hin zu schweren Funkgrooves wie bei James Brown.“

Musik kommt nicht aus den Noten, sondern aus dem Körper

Er geht nah an seine Kollegen ran, hört zu, spielt vor und feuert lächelnd an: „Great!“ Das gehört dazu: „Die Musik steckt nicht in den Noten, sie kommt direkt aus deinem Körper.“ „American Mandolin“ heißt das Programm, das Mike Marshall mit der Mandolinen-Konzertgesellschaft und ihrem Dirigenten Detlef Tewes am Sonntag in der Stadthalle spielt. Es bietet einen Querschnitt durch das 40-jährige Schaffen eines Vollblutmusikers, der in vielen Stilen zuhause ist: Folk, Rock, Jazz, Klassik, brasilianischem Choro. Sein Multi-Talent bewies er 2014 auch bei einer CD-Produktion mit dem renommierten „Turtle Island Quartet“: Das Album wurde für den Grammy 2015 nominiert.

Dass es Marshall ausgerechnet ins Tal verschlug, liegt an Caterina Lichtenberg, Mandolinistin und Professorin an der Musikhochschule Wuppertal. 2007 liefen sich beide beim „Mandolin Symposium“ im kalifornischen Santa Cruz über den Weg. „Was soll ich sagen? Als wir uns das erste Mal sahen, hat es sofort gefunkt.“
Inzwischen lebt Marshall, der seinen Lebensunterhalt vor allem mit Online-Mandolinenkursen verdient, mit Frau und zwei kleinen Töchtern in einer Wohnung am Botanischen Garten. An Wuppertal gefällt ihm besonders die vielseitige Musikszene. „Es gibt das Opernhaus, es gibt das Sinfonieorchester. Und wenn ich Jazz oder Latin Music hören will, gehe ich ins Café Ada.“


Daniel Diekhans, WZ, 6.5.2015

 

Mandolinen  -  Offen für neue Stile

Gerade hat die Mandolinenkonzertgesellschaft noch auf den jüdischen Kulturtagen gespielt - und schon geht´s weiter: Am kommenden Sonntag, dem 10. Mai zeigen sie, dass sie auch amerikanischen Folk können. Brigitta Hildebrand hat mit dem Leiter Detlef Tewes und dem Gast-Solisten Mike Marshall über das Konzert gesprochen.
 

Radio Kilowatt, 5. Mai 2015
 

 

 

Gelungener Abschluss der Jüdischen Kulturtage im Rheinland 2015

 

Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal und das Duo Wajlu verzauberten das Publikum

Zum Abschluss der jüdischen Kulturtage im Rheinland präsentierten am vergangenen Sonntag das Duo Wajlu und die Mandolinen-Konzertgesellschaft-Wuppertal (makoge) traditionelle jüdische Musik. Unter Leitung von Detlef Tewes spielte das Zupforchester im ausverkauften Kronleuchterfoyer des Opernhauses eine Komposition des schwedisch-jüdischen Komponisten und Pianisten Otto Freudenthal. Das Duo Wajlu, bestehend aus Roswitha Dasch (Geige und Gesang) und Katharina Müther (Akkordeon und Gesang), trug insbesondere mündlich überlieferte Lieder vor, welche die Solisten auf gemeinsamen Recherchereisen nach Osteuropa gesammelt hatten. Die abschließende Zusammenarbeit aller Musiker begeisterte die Zuhörer. Viele der Anwesenden fühlten sich in die Vergangenheit zurückversetzt, und die Künstler ernteten verdient großen Applaus. Passend zum Titel „Mit a Shmeykhl – Mit einem Lächeln” zauberten die Musizierenden dem Auditorium ein Lächeln auf die Lippen.

(Besucherrezension)
 

 

Rückblick auf die Jüdischen Kulturtage NRW in Wuppertal


Die Jüdischen Kulturtage sind am 22. März mit einem furiosen Konzert des Duo Wajlu und der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal zu Ende gegangen.


Auf Einladung des Kulturbüros präsentierten international bekannte jüdische Künstlerinnen und Künstler vier Wochen lang in anspruchsvollen Konzerten und Lesungen ihre Werke. Die Jüdische Kultusgemeinde, die Begegnungsstätte Alte Synagoge, die Bergische Musikschule und das Katholische Bildungswerk boten Chorkonzerte, Vorträge und Führungen an, die einen tiefen Einblick in die Besonderheiten der jüdischen Kultur eröffneten.

Die Jüdischen Kulturtage erreichten ihr Publikum: An den 30 Veranstaltungen nahmen mehr als 1.700 Besucherinnen und Besucher teil. Erfreulich groß war die Resonanz auf das Begegnungsprogramm, das direkt aus der Jüdischen Kultusgemeinde heraus entwickelt wurde. Hier zeigte sich das kulturelle Engagement der jüdischen Gemeinde.

Die Lesung mit Zeruya Shalev und Maria Schrader, das Konzert des New Yorker Mivos Quartet mit einer Vertonung von Gedichten Paul Celans durch den Komponisten Boran Vuletic, die Aufführung des Jüdischen Theaters Berlin im Theater am Engelsgarten oder das Konzert des Yamma Ensembles im Lutherstift: Hier konnte man jüdische Künstlerinnen und Künstler hautnah erleben.

www.wuppertal.de;  24. März 2015
 

 

 

"Flammen" über dem Johannisberg

Wer am Sonntagabend aus strahlendem Sonnenschein bei frühlingshaft frischen Temperaturen in die Historische Stadthalle am Johannisberg trat und über das reich verzierte Treppenhaus den Weg zum Mendelsohnsaal fand, konnte sich die klammen Finger an einem (züngelnd- tanzenden, rauschend-brodelnden) wahren  Klangfeuer erwärmen.
Die makoge, die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal, (eV. Seit 1919) unter künstlerischer Leitung des international bekannten Mandolinisten und Dirigenten Detlef Tewes und unterstützt von den beiden Solisten Katrin Eisenacher (Mandola) und Karsten Greth (Flöte) hatte zum Frühjahrskonzert geladen. Geboten wurden Werke von Herbert Baumann (geb. 1925), Saveriao Mercadante (1795-1870) und Max Baumann (1917-1999).
Das Orchester entführte das Publikum mit der Sonatine No. 1 von Herbert Baumann zunächst in die träumerische Atmosphäre eines Fischerdorfs bei Mondschein um es abschließend auf  galoppierenden Pferden in die Nacht zu tragen. Dafür sorgten zunächst tänzerisch-rhythmische Klänge und ein verhaltenes Wechselspiel zwischen Mandola und Mandoline und später ein stakkato starkes Pulsieren.
Im „Grave“ der Sequenzen für Zupforchester wurde ein Hauch von Industrialisierung heraufbeschworen, während das „Allegro“ zurückversetzte in den südlich-ländlichen Flair eines Tanzes vor  Grillen-zirpender Landschaft.
Schwungvoll und erdverbunden kam das zweite „Allegro“ daher.
Katrin Eisenacher entzündete vor dem Hintergrund des klangmächtigen Orchesters die „Fiamme“ in präzisen, anfangs zurückhaltenden Klangkaskaden. Im zweiten Satz entwickelte sie eine zu Herzen gehende Innigkeit untermalt vom perlenden Tremolo des Orchesters. Greifbares Schweigen breitete sich im Saal aus, als der Satz im Piano erlosch.
Mit mehr Schwung und Sicherheit entfacht, jagte die Musik nun durch Felder  wie eine Horde ausgelassener Kinder. Die vorandrängenden Klänge der Gitarren und der ihnen nachfolgenden Mandolinen entfalteten einen dichtgewebten Klangteppich. Unter begeistertem zweifachten Applaus entließ das Publikum   Solistin und Orchester in die Pause.
Die italienische Oper und brav gesetzte, barock anmutende Weisen standen Pate beim Concerto in Mi MInore für Flöte und Zupforchester von Saverio Mercadante.
Karsten Greth überzeugte und begeisterte durch einen klaren, schwebenden Flötenton, der das Orchester souverän zu zähmen verstand.
Im ersten Satz entwickelte er Schmelz, ohne zu dick  aufzutragen.
Im  zweiten Satz begleitete das Orchester die pointierende Flöte  für meinen Geschmack  etwas zu brav und streng nach Metrum.
Der Operncharakter war im 3. Satz deutlich spürbar. Die Flöte „singt“ auf dem Marktplatz  wie ein junger Tenor, „das Volk“ (das Orchester) bestätigt das Gesagte durch zustimmendes Gemurmel, eine Bühnenszene entsteht. Bei dem sich entspannenden Dialog zwischen Flöte und Orchester behielt die Flöte jedoch immer das letzte Wort.
Für die lässige Darbietung dankte das Publikum dem Solisten mit überschwänglichem Applaus.
Läufe von champagnerperlender Brillanz  führten die Musik im letzten Satz zu einem träumerisch-meditativen Reigen in der Serenata danzante italiana von Max Baumann. Das Orchester webte einen hin und her wogenden Klangteppich aus stahltonakzentuierten Mandolinen- und körperreich-volltönenden  Gitarrentremoli. Es entstand der Eindruck eines  großen Klangkörpers, vor dem die Solisten der einzelnen Stimmen ihre Melodie schreiten ließen.
Auch eine E-Gitarre fehlte nicht im Arrangement. Die melodiös-getragene Melodie untermalt  vom Tremolo des Orchesters erinnert an Filmmusik und verleitete fast  zum Mitsingen. Saloon-Atmosphäre breitete sich aus.
Der folgende, rasche Satz entzündete das flackernde, sich  schnell verzehrende Feuer venezianischer Nächte. Geheimnisvolles Raunen und Wispern unterlegte wirkungsvoll die in die Nacht hinausklagenden Rufe der E-Gitarre, die stellenweise etwas verloren wirkte im Taktgewitter.
Mittelalterlich anmutende Klangwelten ertönten im letzten Satz.
Das Publikum applaudierte begeistert und  die Protagonisten dankten es mit einer Zugabe. So endete ein  gelungener  Abend. Eigentlich eine gute Gelegenheit, ihn noch in mediterraner Atmosphäre bei gutem Wein und kulinarischen Köstlichkeiten ausklingen zu lassen. Ein wärmendes Feuer sollte dabei nicht fehlen.

Wer die makoge live  erleben möchte, kann dies am 30.08.2014 in der Kreuzkirche und am 16.11.2014 im großen Saal der Stadthalle beim traditionellen Herbstkonzert.


Tanja Harjes, 6.5.2014, Konzertbesucherin
 

 

 

Leider hat das einzige Wuppertaler Presseorgan seine Kulturberichterstattung faktisch eingestellt. Es werden nur noch "außergewöhnliche Veranstaltungen" rezensiert, zu denen unsere Konzerte offensichtlich nicht gehören.


Hiermit endet somit das seit über 50 Jahren geführte Pressearchiv im November 2013.


 

 

 

Eine Russland-Reise mit Mandolinen

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft und Solistinnen aus Wuppertals Partnerstadt Jekaterinburg begeistern in der Stadthalle

Im Mendelssohn-Saal der Stadthalle lud die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal (Makoge) am Sonntag zu einem besonderen Konzert ein: Unter dem Motto „Die Reise zum Sonnenaufgang“ gastierten dort auch fünf hervorragende Solistinnen aus Wuppertals russischer Partnerstadt Jekaterinburg. Mit sanften Melodien entführte das Zupforchester unter der Leitung von Detlef Tewes im voll besetzten Saal in eine slawisch anmutende Atmosphäre.
Svetlana Musafina und Natalia Larionova eröffneten dem Zuhörer die Facetten der Domra, einer russischen Variante der Mandoline mit etwas hellerem Klang. Als Solistin des Konzertes für Soprandomra und Zupforchester von Nikolai Budaschkin musizierte Svetlana Musafina mit ansteckender Spielfreude.
Dank ihres klaren Anschlags und ihrer dynamischen Bandbreite behauptete sich der Instrumentenklang erstaunlich gegenüber dem reich besetzten Zupforchester. Die Perfektion und der Charme ihres Spiels machten verständlich, dass Musafina in Fachkreisen als „Domra-Königin“ bezeichnet wird.
Natalia Larionova stellte die Besonderheiten der Altdomra unter Beweis, die insbesondere durch einen sonoren Klang fasziniert. Sie fesselte die Zuhörer durch ihr energisch-einnehmendes Spiel der orientalischen Melodien in Mikhail Gorobtsovs „Die Reise zum Sonnenaufgang“.
Die Domren waren nicht nur als Solo-Instrument zu hören, sondern auch in kammermusikalischer Besetzung als Trio mit der Pianistin Natalia Paschnowa, die einfühlsam den Klavierklang an die Zupfinstrumente anzupassen wusste. Auch Natalia Paschnowas solistische Fähigkeiten kamen nicht zu kurz. In einer Fantasie für Klavier und Zupforchester beeindruckte sie durch brillante Passagen und ein breites Farbspektrum.
Das Mandolinenspiel der Zwillingsschwestern Ekaterina und Elizaveta Solovey erwies sich schließlich als schöne Ergänzung zum strahlenden Klang der Domren. Ihr erstaunliches Zusammenspiel ließ ihre Instrumente zu einer Einheit verschmelzen.
Das temperamentvolle Musizieren der Solistinnen und nicht zuletzt das dramaturgisch sinnvoll aufgebaute Programm machten den Abend zum Erlebnis. Das Publikum dankte dies mit langanhaltendem Applaus und Bravo-Rufen.


Michael Lang, Wz, 19.11.2013
 

 

 

Reise um die Welt in 80 Tönen

Mandolinen-
und Gitarrenworkshop

Eine musikalische "Reise um die Welt in 80 Tönen" war das Motto des traditionsreichen Ensembleworkshops für Mandolinen- und Gitarrenschüler, der bereits seit sieben Jahren zweimal jährlich in Kooperation der makoge wuppertal und der Bergischen Musikschule stattfindet.

Mehr als 25 Kinder und Jugendliche hatten sich zusammengefunden, um unter Leitung von Peter Johnen mit Unterstützung weiterer Lehrkräfte ein Folksongmedley mit Melodien aus drei Kontinenten zu erarbeiten. Alle waren bei der ganztägigen Veranstaltung mit Eifer bei der Sache. Das beeindruckende Ergebnis wurde den zahlreichen Zuhörern am späten Nachmittag vorgestellt, und viele der begeisterten Mitspieler sagten zum Abschluss, dass sie beim nächsten Workshop - er findet am 12. Oktober statt - sicher wieder dabei sein werden.


TAKTuell, Juni 2013
 

 

 

"Ein Wohlklang: Mandolinen-Musik im Namen Winnetous"

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft präsentierte eine gelungene Mischung aus Film-, Rock- und Popklängen

Frisch und voller Wonne kam nicht etwa der Mai daher, sondern so spielte die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal im Mendelssohn Saal der Stadthalle. Passend zum Titel des Konzerts („Crazy Diamond“) wurde das Publikum mit dem „Palladio“ von Karl Jenkins begrüßt. Nicht nur, dass das Stück aus der Diamanten-Werbung bekannt ist, es baute auch eine Spannung im Saal auf, die die Besucher bis zum Schluss in Atem halten sollte.

Auf dem Programm stand Film-, Rock- und Popmusik. Nachdem sich der außergewöhnliche „Bassbite“ von Joachim Reiser mit tiefen, jazzigen Klängen im Ohr festgebissen hatte, erklang die beliebte, sanfte Melodie von „Over the rainbow“. Der Zauberer von Oz wurde herbeigelockt.

Sehnsüchte Winnetous und die Abenteuer der Piraten vom „Fluch der Karibik“ wirbelten auf musikalische Weise durch den puderfarbenen Mendelssohn Saal. Letzteres war gerade für die jüngeren Gäste ein Höhepunkt. Valdo Preema hat nicht nur dieses Stück bearbeitet, sondern auch seine eigene harmonische Komposition „Sincerely“ zusammen mit den Mandolinisten und Gitarristen gespielt, denn er übernahm den Schlagzeugpart.

Bei Nino Rotas „The Godfather“ kam der Klang der Mandolinen wunderbar zur Geltung und füllte den Raum mit lebendiger Leidenschaft – eine gelungene Interpretation. Die Musiker spielten mit viel Gefühl unter der Leitung von Detlef Tewes, der sich im zweiten, rockigen Teil, als Michael Rüber sein Solo mit E-Gitarre gab, kaum zurückhalten konnte und bei „Still got the blues“ von Gary Moore fast schon auf der Bühne tanzte.

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft strahlte – bei „Shine on you crazy diamond“ von Pink Floyd genauso wie bei Carlos Santanas „Samba pa ti“ – und spielte „Nothing else matters“ von Metallica auf eine weniger schwermütige Weise.

Die Freude an der Musik war bei Konzertgängern und Musikern gleich groß. Zumal viele junge Talente ihr Können zeigten. Für die glänzende Unterhaltung bedankte sich das Publikum mit viel Applaus und gab sich dem Genuss zweier Zugaben hin.


Martha Kluka, WZ, 31.5.2013
 

 

 

"Ein einzigartiger Klangkörper"

Mandolinen-Konzertgesellschaft spielt in St. Christophorus

Vor gar nicht langer Zeit galt Mandolinenmusik in Deutschland als Inbegriff der Spießigkeit und der Langeweile. Vielleicht fünfzehn junge Frauen saßen zusammen und spielten auf ihren Instrumenten Wander- oder andere Volkslieder.
Die Wuppertaler Mandolinen-Konzertgesellschaft hat in den letzten fünfzig Jahren viel dazu beigetragen, dass dem nicht mehr so ist. Die Arbeit der Zupforchesters hat eine deutliche Steigerung erfahren, die sich genau so auf das Repertoire wie auf das Ansehen  des Ensembles bezieht. Nicht umsonst wurde die makoge erster Preisträger beim Deutschen Orchesterwettbewerb im Jahre 2000. Das Repertoire des Ensembles reicht von Bach über Mozart bis hin zu Maurizio Kagel und Free Jazz.
Mit Detlef Tewes hat das Orchester einen profunden Leiter in seinen Reihen, der selbst ein ausgezeichneter Mandolist ist und bereits unter Dirigenten wie Simon Rattle, James Levine und Frank Zappa (!) gespielt hat. Außerdem ist er ein begnadeter Bearbeiter von Musik für Zupforchester.

Das Konzert des Orchesters, das am Nachmittag des 24.Februar in der Kirche St. Christophorus am Schliemannweg stattfand, war den 'Erinnerungen an Peter Flasche' gewidmet, der über vierzig Jahre lang der Präsident der Konzertgesellschaft war und im September des vergangenen Jahres verstorben ist.

Niemand Geringeres als Benjamin Britten hat Henry Purcells Chaconne in g-mol! für Zupforchester bearbeitet. Das ruhige, meditative Ostinato der Komposition wurde durch die Kirchenakustik noch verstärkt.
Detlef Tewes selbst hat die Sonata in g-Moll von Tomaso Albinoni bearbeitet, die vom kurzen Adagio bis hin zum finalen Allegro wie aus einem Guss erscheint.
Die Solistenbank bei Bachs Konzert für vier Mandolinen und Orchester war international mit Julia Volk, Kyoko Sako, Sotiris Glavas und Liza Solovey besetzt. Dieser Programmpunkt war eine herausragende Arbeit des Ensembles, sehr ästhetisch aufbereitet, die Balance zwischen Solisten und Orchester immer wahrend.
Die abschließenden zwei Kompositionen waren von zeitgenössischen japanischen Musikern im Original für Zupforchester geschrieben, blieben aber größtenteils in der traditionellen klassischen Tonsprache und gewährten nur selten einen Blick auf modernere Klänge. Die fernöstliche Heimat der Komponisten blitzte hier und da auf. Durch Gitarren und Kontrabass verstärkt ist der Klangkörper Zupforchester einzigartig. In der sensiblen Akustik einer Kirche kommen die Schönheiten der Musik noch deutlicher zum Vorschein. Detlef Tewes hat ein sehr, gutes Ensemble geformt, dessen weiterer Weg mit Spannung zu verfolgen ist.

SonntagsBlatt  3.3.2013
 

 

 

"vom guten ton"

Mandolinen schwirren, zittern, schnattern und schmachten – der schnelle Doppelschlag der Saiten hat einen besonderen Klang, zwischen Melodik und leisem Geräusch. Zusammen mit dem menschlichen Gesang ergeben sich besonders farbenreiche Klänge [...] Der Wuppertaler Komponist hat zu Cornelis Müllers Gesprächstexten [...] eine spielerisch wirkende, heitere und vielschichtige Musik geschrieben [...] Dorothea Brandt, Michaela Mehring, John Janssen, Jud Perry zeigen in den miniaturhaften Szenen glänzend abgestimmtes Zusammenspiel, des Sprechens, Singen und Handeln [...] Ein kunstvolles Netz aus Beziehungen zwischen Melodik, Akkorden, Rhythmik und Geräuschen entsteht, leise, voll Verständnis, auch liebevoller Ironie, niemals dick aufgetragen, verhalten, zurückhaltend und doch in der Nähe der Bühne des Kleinen Schauspielhauses eindringlich. Die Musik Thomas Beimels orientiert sich in einem Raum zwischen den Traditionen der Atonalität und einer neuen Klangharmonie. Es ist eine „höfliche“ Musik, ganz dem Titel des Singspiels entsprechend, eben ein Stück im Raum „Guten Tons“.


Giesela Schmoeckel, Bergische Blätter, Nov. 2012

 
"Zwischen Wort und Musik"

Thomas Beimels Oper "vom guten ton" im Schauspielhaus Wuppertal uraufgeführt

Die ehrenwerten Bemühungen der Kunststiftung NRW, die Produktion zeitgenössischer Kammeropern finanziell zu unterstützen, waren bisher selten von Erfolg gekrönt... Wuppertal macht da eine Ausnahme. "vom guten ton" heißt das "Musiktheater für vier Singstimmen, vier Bläser und Zupforchester", dass der Komponist Thomas Beimel und die Librettistin Cornelie Müller zusammen schmiedeten und das im Schauspielhaus Wuppertal seine mit viel Beifall bedachte Uraufführung erfuhr.

Ein Libretto, das in 16 kurzen Szenen die "plappernde" Alltagskonservation von vier Protagonisten thematisiert. Die Absicht: Gerade das Alltagsgeschwätz in Lift, im Urlaub auf Familienfeiern und Beerdigungen nicht etwa als hohles Palaver zu desavouieren, sondern als eigenständige Kunst schätzen zu lernen. Dazu bedurfte es aber erst einmal einer poetisierenden Überarbeitung der Texte, die durch nichts von ihrer Banalität einbüßen und lediglich eine künstliche Lasur erhalten.
Mag das Ganze noch als Sprechstück angehen, versteigt sich der Komponist zu der Absicht, durch seine Vertonung die Schnittstelle zwischen Wort und Musik bewusst machen zu wollen. Einer Schnittstelle, die die Geschwätzigkeit des Textes durch eine ebenso geschwätzige, sich in minimalistischem Leerlauf ergießende Tonkulisse und einen bemüht leichtfüßigen, letztlich jedoch schwerfälligen Parlando-Gesang noch unterstreicht. Daran kann auch der an sich originelle Einfall nichts ändern, neben vier Bläsern ein Zupforchester mit Mandolinen und Gitarren einzusetzen. Die klanglichen Reize und Besonderheiten der Besetzung blieben ungenutzt

Kompliment für die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal, die die ungewöhnlich, wenn auch undankbare Aufgabe vorzüglich löste. Und Kompliment auch für das Vokalquartett, dass den Wortschwall mit vorzüglichem Engagement bewältigte: Dorothea Brandt, Michaela Mehring, Jud Perry und John Janssen.

Die Librettistin Cornelie Müller kümmerte sich persönlich um Regie und Bühne. Die Figuren wurden nett arrangiert, ein raffiniertes Arrangement von mehreren Stell- und Spiegelflächenließ sich flexibel einsetzen, um die Spielorte anzudeuten. Detlef Tewes behielt als Dirigent die Übersicht über die banale Eintags-Farce.

Lüdenscheider Nachrichten, 25.10.2012

 

"Auf Neunaug ruht ein Innerblick: Wie Cornelie Müller und Thomas Beimel an den Wuppertaler Bühnen „Geplapper“ in neues Musiktheater verwandeln"

 
Bis dann. Schönen Tag auch. – Wer kennt sie nicht, wer praktiziert sie nicht, die Floskeln, mit denen wir unser kommunikatives Miteinander gestalten? Und so doch nur unseren täglichen Beitrag zum Sprechmüll liefern. Dass ein Kraut dagegen einerseits bitter nötig, andererseits nicht so recht in Sicht ist, treibt so manchen um. Auch die Münchner Autorin Cornelie Müller und den Wuppertaler Komponisten Thomas Beimel. Der Frust, aber auch die Lust daran ist jetzt eingegangen in ein Stück Musiktheater: „Vom guten Ton. Die Welt ist voll Geplapper.“ Wie wahr.

Nur, dass auch ein Geplapper auf der Bühne gekonnt vorzutragen ist. Kein Problem für das von Thomas Beimel vollbeschäftigte Gesangsquartett. Im Kleinen Wuppertaler Schauspielhaus entfalteten Dorothea Brandt, Michaela Mahring, John Janssen und Jud Perry singend, schauspielernd, requisitenmontierend ein gesellschaftsdiagnostisches Tableau. Den orchestralen Hintergrund dazu lieferte eine gut funktionierende Arbeitsgemeinschaft aus Laien und Profis: ein Bläserquartett der Wuppertaler Sinfoniker und die jugendlich besetzte Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal unter souveräner Leitung von Detlef Tewes.

Was Müller/Beimel in neun abendfüllenden Alltagsszenen fokussieren, sind die gelangweilten Nöte, die Hemmungen, die Maskeraden, die Unverschämtheiten und die kleinen Tragödien eines irgendwie abgesunkenen, dem Anspruch nach aber durchaus sich gehoben dünkenden Kultur(rest)bürgertums. Es gelingen starke Bilder. Wenn die vier ihre Angelruten in das trübe Gewässer ihres unklaren Gefühlssees hängen, wenn sie als blasierte Kulturschickeria herumhängen und ihr Lästermaul rühren. Und manchmal starren wir sogar mit den Akteuren in die Leere ihres vereinsamten Lebens. Bei der Geburtstagseinladung macht die Frage nach der „Familie“ urplötzlich einen Graben sichtbar. „Kommt mir“, sagt der Gelangweilte, „nicht ins Haus“.

Mit verschiebbaren Spiegel-Stellwänden zaubert sich das Quartett die Kulissen für diese kleine Gesellschafts-Autopsie selbst herbei. In solchen, stets mit dem ausgesungenen Ruf „Verwandlung!“ eingeleiteten Umbaupausen stockt allerdings nicht selten der Fluss. Das Stück hängt sich auf und braucht Zeit, um wieder Fahrt aufzunehmen. Und auch nicht alles wird dabei so deutlich wie die Begegnung auf der Straße oder die im Aufzug. Dass es eine „Vernissage“ gegeben hat, erfährt man erst bei der Lektüre des Programmhefts. Gleichwohl – das handlungstragende Quartett macht seine Sache ganz famos. Szenische Vagheiten werden engagiert überspielt im Bemühen, das ostinate Geplappere deutlich und textverständlich zu transportieren. Eine starke Leistung.

Last oder Lust

Überspielt wird dabei freilich auch, dass sich die Regie offenbar nicht ganz entscheiden konnte (oder wollte), ob das vorgeführte Geplapper nun Last oder Lust ist? Irgendwie scheint es, als habe man sich der Tendenz des Stücks ins Gesellschaftskritische entgegenstemmen wollen. Nur wie soll das gehen – das Gerede, das Geschwätz, die Verstellung, die in „Vom guten Ton“ so konsequent diagnostiziert werden, „wertzuschätzen“? Komponist Thomas Beimel hat dafür die Anknüpfung gesucht an die Tradition von Opera Buffa, Singspiel, Varieté, Revue und Anspielungen darauf übers ganze Stück verteilt. Manchmal kreuzen sie sich sogar. In der Eröffnungsszene (mit der das Stück im Übrigen seine eigene Interpretation vorwegnimmt) tritt ausgerechnet eine Constanze auf, die nach anfänglicher Ladehemmung mit den Worten „Ach, mir fehlt das Wort!“ zu Boden fällt. Da geht der Singspiel-Mozart mit dem tragischen Schluss aus Schönbergs Moses und Aron zusammen, heruntergebrochen auf die Groteske.

Insgesamt mag es wohl auch an einem mit zu wenigen Brechungswinkeln ausgestatteten Libretto gelegen haben, dass Thomas Beimel den unzweideutig wiedererkennbaren, den parodierenden Orchester- und Ensemblesatz nur sparsam verwendet hat wie etwa beim heiteren „Brüderchen komm tanz mit mir“ auf der Geburtstagsfeier der „feinen Leute“. Andererseits. Solch knapp gehaltene Dosis an Konkretismus passte durchaus zum (wenn auch verhalten artikulierten) diagnostischen Anspruch dieses Musiktheaters.

Eine anspruchsvolle Produktion, ein wichtiges Thema, das mit „zwei Ouvertüren, neun Szenen, vier Zwischenspielen und einem Finale“ am Ende eine gewisse Überlänge offenbarte.

nmz online, 24.10.2012

 

"Oberflächliches Palaver"
 

Unterhaltung auf der Musiktheaterbühne ist eine schwierige Angelegenheit, zumal, wenn man Angst hat, das eigene Niveau zu unterschreiten. So wirkt der Beginn von Vom guten Ton - Die Welt ist voll Geplapper im kleinen Schauspielhaus Wuppertal merkwürdig unscharf und erdenschwer, gewissermaßen zu hoch gedacht. Dies gilt besonders für das überpoetische Libretto der Uraufführungsregisseurin Cornelie Müller. Aber auch in Thomas Beimels Musik vermisst man - trotz der ungewöhnlichen Besetzung mit einem Zupforchester aus Mandolinen und Gitarren und vier Bläsersolisten – den prägenden, theatralisch befeuernden Ton.

Oberflächlichkeit im Kommunikationsverhalten der bürgerlichen Mittelschicht soll markiert und „wertschätzend“ (laut Programmheft) parodiert werden. Dafür sind jedoch die ersten Szenen im von multifunktionalen Stellwänden von strukturierten Raum nicht konkret genug angelegt. Es will sich einfach kein „Kenn ich!“–Effekt einstellen.

Das ändert sich erst mit einem Angel–Tableau in der Mitte des 80minütigen Abends. Hier wird die Äußerung nutzlosen Wissens als Verhinderung von Schweigen oder gar Stille witzig und treffend vorgeführt. Genauso konkret gelingen die nächsten Szenen. Jetzt geht es um Floskeln und Redensarten, in die manchmal, fast explosionsartig, eine tatsächlich Frage oder Meinungsäußerung einbricht.

Auch die Musik scheint jetzt Flügel zu bekommen, wirkt leichtfüßiger, zugänglicher, anspielungsreicher. Die ein wenig irritierend in Zirkusjacken gewandete Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal entfaltet ihr ungewöhnliches Klangspektrum überraschend professionell. Detlef Tewes balanciert seine 19köpfige Kombo, die vier Bläsersolisten des Sinfonieorchesters Wuppertal und die vier Gesangssolisten nahezu perfekt aus.

Die lösen ihre schwierige Aufgabe auf sehr hohem Niveau, präzise und charmant im Spiel, vor allem mit eminenter Textverständlichkeit. Dorothea Brandt besticht ein weiteres Mal durch ihre überwältigende Präsenz, Michaela Mehring durch sehr nuancierte Textbehandlung, der Tenor Jud Perry durch große Natürlichkeit im Ausdruck und der Bariton John Janssen durch Stimmvolumen und überaus sympathische Ausstrahlung.

Enthusiastischer Beifall für alle Beteiligten.

theater:pur > in NRW, 23.10.2012

 

"Zwei Hälften"

Wer angelt, redet nicht. Zumindest nicht währenddessen. So halten die vier Sänger zunächst schweigend Holzruten über umgekippte Spiegelwände. Die Oboe sichelt, die Mandolinen zirpen.
„I bin a Fisch“ singt der Bariton John Janssen dann traumverloren und zählt Arten auf, von Aland bis Moderlieschen. Plötzlich, der 80-minütige Uraufführungsabend mit dem merkwürdigen Namen ist bereits halb vorbei, bekommt der Zuschauer eine Ahnung, wo es hingehen soll. Hier wird Wissen abgesondert, ohne Wissen zu schaffen. Die Worte haben, über ihren Klang hinaus, vielleicht eine Bedeutung, aber keinen Sinn. Ihre Funktion ist einzig die Übertünchung von Schweigen. Im Nachspüren, in der Konkretisierung dieses Prozesses gelingen Thomas Beimel und seiner Librettistin und Regisseurin Cornelie Müller in der Folge kluge, witzige und stringent entwickelte Beobachtungen menschlichen Kommunikationsverhaltens.

Der Einstieg – Prolog mit Trompetenfanfare, inszenierte Auftritte von Sängern und Musikern, Etablierung von Form und Thema – gerät allerdings zur schwerfälligen Etude. Die fürs bürgerliche Kommunikationsverhalten diagnostizierte Leere, die, laut Programmheft, theatralisch „wertgeschätzt“ werden soll, legt sich wie Mehltau auf die Szene. Das liegt keinesfalls am dezenten, aber nie gehemmten passgenauen Boulevardspiel der Sängerdarsteller um die, wie stets bei Neuer Musik, herausragende Dorothea Brandt. Der Grund ist eher am zu Beginn arg bedeutungsschwangeren, gleichsam höher gelegten Libretto zu suchen – und in der das Geschehen bestimmenden Idee, sich unterhaltsam vom Unterhaltungstheater an sich abzugrenzen. „Erschwerend“ hinzu kommt Beimels Musik, der zwar durch die skurrile Besetzung (Zupforchester und vier Solobläser) eine parodistische Ebene eingeschrieben scheint, die sich aber ansonsten im üblichen Neue-Musik-Mix aus Weill und Richard Strauss, zweiter Wiener Schule und etwas Nachkriegs-Neutönertum erschöpft.

Auch das ändert sich im zweiten Teil. Das Tempo wird stärker variiert, der Klang wirkt flexibler, elastischer. Anspielungen an Operette, Film- und Schlagermusik geben zusätzlichen Schwung. Die Bläsersoli wirken prägnanter und die vielen Wiederholungen erscheinen nicht mehr als schwerblütige Rückgriffe auf serielle Musik, sondern als einfache, schlicht auf das Vergehen von Zeit verweisende Loops. Detlef Tewes dirigiert seine Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal umsichtig und – soweit dies bei Gitarren und Mandolinen möglich scheint – dynamisch.

Die Produktion wurde vom Premierenpublikum intensiv gefeiert. Im Sport würde es heißen: Aufgrund der Steigerung in der zweiten Hälfte verdient.

Die Deutsche Bühner, 23.10.2012

 

"Wuppertaler Musiktheater zur Alltagskommunikation"

Im Kleinen Schauspielhaus der Wuppertaler Bühnen ist das Musiktheater "vom guten ton - die welt ist voll geplapper" uraufgeführt worden. Der Wuppertaler Komponist Thomas Beimel beleuchtet mit atonaler Musik in verschiedenen Szenen Alltagskommunikation, die so eine neue Wertschätzung erfährt .Dem Laienorchester (Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal) und den Profimusikern (Bläser des Sinfonieorchesters) sowie Sängern der Bühnen und Gastsängern gelang unter der versierten Leitung von Detlef Tewe sein Experiment zwischen freien Szene und etabliertem Kulturbetrieb, das hoffentlich nicht singulär bleibt...

Remscheider General-Anzeiger, 23.10.2012

 

"Musik-Experiment: Wortfetzen in Neue Musik übersetzt"

Mit Thomas Beimels „Vom guten Ton – Die Welt ist voller Geplapper“ präsentieren Freie Szene und städtischer Kulturbetrieb ein gelungenes Experiment.

Ein Laienorchester – die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal (Makoge) – vier Profi-Bläser des Sinfonieorchesters mit Fagott, Oboe, Trompete und Horn, Sänger aus dem Opernensemble und Gastsänger: Für sie hat der Wuppertaler Komponist Thomas Beimel sein Musiktheater „Vom guten Ton – Die Welt ist voll Geplapper“ geschrieben.
Zusammen mit dem Libretto von Cornelie Müller, die auch die wandelbaren Bühnen-Elemente erdachte und Regie führte, entstand im Kleinen Schauspielhaus an der Kluse ein bemerkenswert geschlossenes Ganzes. Nicht im Sinne einer durchgehenden, schlüssigen Handlung, sondern in einzelnen Szenen, mit Zwischenspielen, Ouvertüre und Finale.

 Die Szenen beleuchten vertraute Situationen

Die Sängerinnen und Sänger (Dorothea Brandt, Michaela Mehring, Jud Perry und John Janssen) haben die Partitur verinnerlicht – nicht einfach, im nicht-tonalen Raum zu singen. Die Szenen beleuchten bekannte Situationen: Bei einer Vernissage, beim Leichenschmaus, bei einer Geburtstagsfeier, beim Angeln, beim Kegeln, im Paternoster oder beim Abhängen am Lido in Venedig. Was sie singen, hat oft keinen Sinn, es sind Worthülsen der Alltagskommunikation, die ästhetisch umgedeutet werden. Nur manchmal kippt die distanzierte Stimmung: Etwa wenn beim Leichenschmaus der Terminus „Judenschule“ fällt: Sofort assoziieren die Sänger Namen von berühmten Verfolgten des Nationalsozialismus zu aufgeregten Trompeten-Skalen. Oder beim Geplänkel auf der Geburtstagsfeier, wenn plötzlich auf die fehlende Familie hingewiesen wird: Familien-Gespenster sitzen am Tisch, dem Jubilar ist zum Weinen zumute.

Ton und Text bilden eigene Gesprächsebenen

Aber das Stück hat auch viele humorvolle Einlagen: Die „Pling“-Intonation der Gläser, das verquere „Brüderchen, komm tanz mit mir“, das „mmm, mmm“ beim Angeln als bedeutsame Wortlosigkeit oder die Parodie italienisch angehauchter Musik von Mandolinen, wenn die Protagonisten mit Sonnenbrillen beim Beobachten flanierender Menschen in Venedig genüsslich abhängen.

Die Zupfer unterlegen die „Gespräche“ mit Tonfolgen, Akkord- oder Tremolo-Clustern, die Bläser begleiten Worte mit Tonskalen, die die Entsprechung zur Sprache sind. Ton und Text bilden so selbst eine Art Gesprächsebene.

Mit sicherem Gespür werden anspruchsvolle Partien gemeistert

Großes Lob verdienen das Zupforchester, das angenehm präzise und sauber spielt, die Bläser, die lupenrein und technisch perfekt agieren, die Sängerinnen und Sänger mit größtenteils volumenreichen, beweglichen Stimmen und deutlicher Artikulation. Und natürlich erntet Dirigent Detlef Tewes Hochachtung, der mit sicherem Gespür durch die anspruchsvolle Partitur lotst

Thomas Beimel, dem Wuppertaler Komponisten, kann man nur beglückwünschen zum Mut, Alltagswortfetzen in hörbare Neue Musik zu übersetzen.

Ein Experiment, das Hoffnung auf Fortsetzung macht

Und das Experiment, dass freie Szene und städtischer Kulturbetrieb, Laien und Profis miteinander kooperieren, findet großen Beifall beim Premierenpublikum. Es ist gelungen und bleibt hoffentlich kein Einzelfall.

Westdeutsche Zeitung, 23.10.2012

 

Kommentar:  Bündnisse der Zukunft

In Zeiten, in denen alle die Gürtel enger schnallen müssen, ist es ein eindeutiges Signal: Wenn ein städtischer Kulturbetrieb mit der freien Szene kooperiert, noch dazu Profis den Schulterschluss mit Laien wagen, können im Idealfall alle Seiten davon profitieren. Diese Hoffnung mag romantisch klingen, basiert aber auf nüchternen Tatsachen, also auf der Realität.

Und auch wenn sich erst bei der Uraufführung am kommenden Sonntag zeigen wird, ob das ambitionierte Projekt am Ende auch musikalisch und szenisch aufgeht, dürfte eines schon jetzt klar sein: Das Experiment ist nur möglich, weil die Akteure ihre angestammten Plätze verlassen, überholte Grenzen niederreißen und – ohne die Nasen zu rümpfen – aufeinander zugehen.

Es ist eine Symbiose, die Schule machen sollte: Gerade in höchsten Sparzeiten muss es in Wuppertal mehr Bündnisse dieser Art geben. Sie ermöglichen den künstlerischen Austausch, sichern womöglich aber auch das finanzielle Überleben. Es wäre fatal, wenn die Kooperation ein reines Vorzeigeprojekt und ohne Nachahmer bliebe.

Um die Vielfalt der Wuppertaler Kultur zu erhalten, werden Künstler aus unterschiedlichen Bereichen künftig noch intensiver gemeinsame Wege suchen müssen. Dies ist kein notwendiges Übel, sondern eine Chance für die Zukunft.

Martina Thöne, Westdeutsche Zeitung, 18.10.2012

 

"Die Welt ist voll Geplapper"  -  Uraufführung mit Taktgefühl

Künstler bündeln Kräfte: Freie Szene kooperiert mit dem Stadttheater

„Zeitgenössische Musik ist von Natur aus wenig heiter und komisch.“ Thomas Beimel muss es wissen. Immer wieder entwirft der Wuppertaler Komponist neue Klangwelten. Diesmal freut sich der 45-Jährige auf eine ganz besondere Uraufführung. Denn: „Die Welt ist voll Geplapper“ – so behauptet es der Untertitel seines aktuellsten Werks.

Der Haupttitel lässt Taktvolles vermuten: „Vom guten Ton“ handelt das Stück, das zeitgenössische Musik, allerdings auch fröhliche Akzente verspricht. Auch wenn (oder gerade weil) die anstehenden Zuschusskürzungen an den Wuppertaler Bühnen ernste Folgen haben, kündigt Beimel „eine leichte, heitere Oper“ an, „bei der „Alltagskommunikation mit den Mitteln der Kunst verhandelt wird“. Mit anderen Worten: „Was passiert mit dem Wort in der Musik?“ Eine Antwort gibt es am Sonntag, 21. Oktober, um 18 Uhr im Kleinen Schauspielhaus.

„Wir arbeiten Hand in Hand“, erklären Thomas Beimel (Musik und Cornelie Müller (Texte) unisono. Die Süddeutsche hat nicht nur das Libretto geschrieben, sondern führt auch Regie. Und weil nicht allein ein Wuppertaler und eine Bayerin gemeinsame Sache machen, unterstützt die Kunststiftung NRW das Projekt – ohne die Finanzspritze wäre die Kooperation zwischen den städtischen Bühnen und der freien Szene gar nicht möglich gewesen.

Beimel spricht von einem „Modellcharakter“: Vier Sänger, vier Sinfoniker und die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal (Makoge) wollen die Verbindung von Wort und Klang gemeinsam zelebrieren. „Es ist eine wichtige Weiterentwicklung unseres Genres“, betont Makoge-Vorsitzender Matthias Kolb. „Meines Wissens gab es bisher keine Oper explizit für ein Zupforchester. Es gibt natürlich Opern, in denen Mandolinen eingesetzt werden. Aber so etwas ist neu.“ Und eine echte Herausforderung für die Laien: „Hier prallen verschiedene Arbeitsweisen aufeinander – entstanden ist ein tolles Wechselspiel.“

„Es gab durchaus Reibungen“, gibt Johannes Blum, Musikdramaturg der Wuppertaler Bühnen, zu. „In der freien Szene muss man jede Schraube selbst ’reindrehen. Hier wird das Bühnenbild professionell aufgebaut. Andererseits hat unser Betrieb feste Strukturen. Das war ein Lernprozess für alle.“ Aber auch einer, der wichtig sei, wie Blum versichert: „Wir können uns Befindlichkeiten nicht leisten. Heute kann keiner sagen: Ich sitze im Elfenbeinturm und du auf deiner Insel.“

Martina Thöne, Westdeutsche Zeitung, 18.10.2012

 

"vom guten ton"

Die Wuppertaler Bühnen bringen am 21. Oktober um 18 Uhr im Kleinen Schauspielhaus das Musiktheater «Vom guten Ton – Die Welt ist voll Geplapper» zur Uraufführung. Komponist Thomas Beimel (Foto) hat dafür eine Musik für vier Singstimmen, vier Bläser und Zupforchester entworfen; Text, Inszenierung sowie Bühnengestaltung stammen aus der Feder von Cornelie Müller. Das Werk wirft einen Blick auf Menschen in unterschiedlichen Sprechsituationen und verhandelt das Wort ebenso wie die Gründe und Abgründe des Sprechens und der SprecherInnen. Es spielt dort, wo Sprache und Musik sich begegnen, und verhandelt den Inhalt des Gesprochenen ebenso wie den Klang, die Musik der Sprache und die Sprache der Musik; so lange, bis Worte zu beschwingter Musik werden, befreit von semantischem Ballast, sinnlos und sinnlich zugleich.

Beimels Komposition verwendet als Methode eine wundersame Un/Ordnung der Töne: SängerInnen und Instrumente erhalten je nach Szene einen bestimmten Tonvorrat als Modus, der ihre Charakterisierung ermöglicht. Innerhalb eines mitunter turbulenten musikalischen Geschehens werden mit diesem Prinzip alle musikalischen Akteure in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht. Zur musikalischen Technik gehört auch eine rhythmisch-metrische Flexibilität, die eine große Beweglichkeit herstellen kann, sowie das Spiel mit Genese und Zerfall von musikalischen Motiven. Neben den Wuppertaler Sinfonikern spielt die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal unter der Leitung von Detlef Tewes. Interessierte können bereits am 14. Oktober um 11 Uhr eine Einführungsmatinée besuchen. Weitere Informationen auf der Website der Wuppertaler Bühnen.

Neue Zeitschrift für Musik, 09. Oktober 2012

 

 

 

Ein Abend zum stillen Genießen

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft begeisterte ihr Publikum mit Opern-Melodien in der Stadthalle

Eine Arie der Königin der Nacht, Papageno auf der Suche nach seiner Papagena. So beginnt das Programm der Mandolinen-Konzertgesellschaft (Makoge) am Sonntagabend im Mendelssohnsaal der Stadthalle. Beindruckende Stimmen treffen auf fließende Akkorde – neben den Makoge-Musikern stehen Solisten der Hochschule für Musik und Tanz auf der Bühne.

Unter dem Titel „Auf den Flügeln bunter Träume“ präsentieren die Musiker die Opern „Die Zauberflöte“, „Don Giovanni“ und „Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart, „Die Fledermaus“ von Strauss, „Die lustige Witwe“ von Lehár und „Der Opernball“ von Heuberger. Thomas Braus, Schauspieler der Wuppertaler Bühnen, führt als Moderator durch den Abend, gibt kurze Zusammenfassungen der einzelnen Opern. Der Saal ist gut gefüllt, die Gäste sind sichtlich gespannt auf das Zusammenspiel der Musiker.

Unter der Leitung von Detlef Tewes sorgen die Musiker für einen besonderen musikalischen Genuss. Mit geschlossenen Augen lauschen viele Besucher der Vorstellung. „Die Studenten singen so toll, da vergisst man ganz, dass sie erst noch in der Ausbildung sind. Man fühlt sich wie in den ganz großen Häusern mit den ganz großen Opernstars“, sagt Manfred van Geven, der der Aufführung schon lange entgegen gefiebert hat.

Aikaterini Koufochristou (Sopran), Alishia Funken (Sopran), Katharina Hahn (Mezzosopran) und Björn Köller (Bariton) haben bereits umfangreiche Bühnenerfahrungen. Sie stehen an diesem Abend solo beziehungsweise als Quartett auf der Bühne. Alle Mitwirkenden ernten großen Applaus für ihre Leistung. „Die Stimmen sind so wunderbar klar“, meint Eleanore Neumann und ergänzt: „Es ist bewundernswert, dass sich junge Menschen heutzutage bewusst für eine klassische Ausbildung entscheiden. Es ist einfach wunderbar.“

Westdeutsche Zeitung, 18. Juni 2012
 

 

 

Nach Märchen nun Mozart

Hautnah dabei: Beim Kinderkonzert der Mandolinen-Konzertgesellschaft saßen die kleinen Besucher in der Alten Schmiede der Firma Knipex in der ersten Reihe 

In der ersten Reihe saßen kürzlich alle Kinder in der Alten Schmiede der Firma Knipex: Die Mandolinen-Konzertgesellschaft (makoge) war mal wieder an der Oberkamper Straße zu Gast, um ein Kinderkonzert zu geben. Und bei den makoge-Konzerten dürfen die kleinen Besucher stets ganz nah an die Musiker heranrücken: Auf Sitzkissen lauschten die Kinder nicht nur dem unter der Leitung von Markus Grau vom Orchester vorgetragenen Märchen aus 1001 Nacht; Julia Volk begleitete das „musikalische Erlebnis für Kinder ab 6 Jahren“ auch mit Erläuterungen.

Auf diese Weise lernten die kleinen Konzertgäste und natürlich auch ihre Eltern nicht nur die Geschichte der Prinzessin Anitra kennen, Julia Volk stellte auf kindgerechte Weise auch die unterschiedlichen Instrumente der Mandolinen-Konzertgesellschaft vor – übrigens nicht nur Mandolinen!

 

Cronenberger Woche, 23.02.2012

 

 

 

Ein einzigartiger Klangkörper

Brandenburgisches Konzert gespielt von Mandolinen

Gab es zu Anfang mit der Suite von Alfred Uhl noch moderat moderne Töne zu hören (Einflüsse von Schubert,Tschaikowsky und asiatischer Musik waren deutlich zu vernehmen), war das restliche Programm dem Barock gewidmet.
Kyoko Sako, hochausgezeichnete 28-jährige Japanerin, solierte glänzend in Vivaldis Konzert in C-Dur. International ging es bei Vivaldis Konzert für 4 Mandolinen in a-moll zu: Solisten waren Julia Volk (Deutschland), Sotiris Gklavas (Griechenland), Tomas Santiago Torres Gomez (Kolumbien) und erneut Kyoko Sako.
Höhepunkt des Abends war jedoch das Brandenburgische Konzert Nr. 3 von J.S.Bach. Dieses berühmte Werk einmal nur von Mandolinen und Gitarren (und einem Upright-Bass) zu hören, dazu noch in mäßigem Tempo und mit sehr feiner Dynamik ausgestattet, bewies deutlich, dass der Klangkörper Mandolinen-Konzertgesellschaft ein ganz besonderer ist. Detlef Tewes sei Dank.

Cronenberger Anzeiger,  14.03.2012

 

 

 

Mandolinen erzählen Geschichten

Der diesjährige Konzertreigen in der alten Schmiede der Firma Knipex begann am vergangenen Wochenende mit einem Konzert der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal.
Mit Märchen aus 1001 Nacht - die Geschichte der Prinzessin Anitra - präsentierten die Musiker unter dem Dirigat von Markus Grau und der Moderation von Julia Volk ein spannendes musikalisches Erlebnis für Groß und Klein. Das begeisterte Publikum bestand vorwiegend aus Familien mit kleinen Kindern, wobei die kleinen Zuschauer zwischen den einzelnen Liedern mit kleinen Tanzeinlagen und Spielchen in die Sultangeschichte mit eingebunden wurden. Der Höhepunkt für viele Kinder war dabei sicherlich der Schlangentanz, der auch die Eltern begeisterte.

Sonntags-Blatt, 19.02.2012

 

 

 

MUSIKGESCHICHTE - MEDIENGESCHICHTE

Die Musik des Radios  

"Kehren wir von den elektrisierenden Ereignissen der Pferderennbahnen, der Box-Arenen und der Sechs-Tage-Rennen zurück in unser angestammtes Terrain: das der Musik. Zu den Besonderheiten des deutschen Rundfunksystems gehört neben der unabhängigen Finanzierung – für die die BBC als Vorbild dient – auch die Präsenz von Klangkörpern. Bereits die Ende der 1920er Jahre gegründeten Rundfunkverbände verfügten über Klangkörper.

Neben diesen orchestereigenen Klangkörpern wurden von den Sendern regelmäßig Unterhaltungs- und Tanzkapellen, Blasorchester, Militärkapellen, Stadttheaterorchester und Kammermusikvereinigungen verpflichtet. Darunter so hübsche Ensembles wie die Mandolinenkonzertgesellschaft Wuppertal und ähnliche Ensembles."

 

Patrick Hahn, nmz, 09.02.2012

 

 

 

Melancholisch bis verträumt: Eine Weltreise mit Mandolinen

Vielfalt auf hohem Niveau bewies die Mandolinen-Konzertgesellschaft beim Konzert im Mendelssohn Saal.

Der Titel war Programm: Die Mandolinen-Konzertgesellschaft (Makoge) nahm ihre Zuschauer mit auf eine „Musikalische Weltreise“.
Zu einer „Musikalischen Weltreise“ auf hohem Niveau lud die Mandolinen-Konzertgesellschaft (Makoge) am Sonntagabend im gut gefüllten Mendelssohn Saal der Stadthalle. Das Zupforchester kommt gerade zurück vom NRW-Orchester-Wettbewerb, wo es mit „hervorragendem Erfolg“ und 23,2 von 25 Punkten bewertet wurde und als Optionsmeldung zum bundesweiten Orchesterwettbewerb 2012 weitergemeldet wird. Dass sie bestens präpariert sind, zeigten die vom Alter sehr gemischten Musiker an Mandoline, Mandola, Gitarre und Kontrabass beim Konzert: Sie musizierten unter der Leitung von Detlef Tewes nicht nur unglaublich exakt und sicher an allen (auch oft rhythmisch schwierigen) Übergängen, sondern schufen Klanggebilde voller Farben.

Keine Moderation – aber ein reizvolles Programm
Für die Weltreise hatte Tewes ein reizvolles Programm zusammengestellt: Bekannte Stücke wie ein Ungarischer Tanz von Brahms oder Manuel de Fallas „Danza espagnolas“ standen neben lateinamerikanischen traditionell gehaltenen Stücken und modernen Kompositionen voller Klanglichkeit. Schön wäre hierbei eine Moderation gewesen, um die weniger bekannten Komponisten und Stücke etwas einzuordnen.

Das Milchkaffee Trio bewies rasante Virtuosität
Feinfühlig wechselten sich die Stimmen in der Führung ab, reagierten aufeinander und gestalteten die Melodien mal melancholisch, dann wieder beschwingt oder verträumt. Mal herrschten klare Linien vor, dann wieder festliche Harmonien oder tremolierte Klangorgien.
Einen Teil des Konzertes übernahm das Milchkaffee Trio mit den russischen Zwillingsschwestern Elizaveta und Ekaterina Solovey und dem Kolumbianer Diego Felipe Gaitán Lozano. Astor Piazzollas „Fugata“ spielten sie mit rasanter Virtuosität und viel Perkussion. Mit Rossen Balkanskis „Arioso“ und Yasuo Kuwaharas „Weaving Girl“ zeigten sie, zu welchen Techniken auch die Mandolinen in der Lage sind und spielten hervorragend aufeinander abgestimmt.
Mit der vielschichtigen und sehr hübschen Tanz Suite Nr. 2 von Takashi Kubota und einer Zugabe entließ das Orchester schließlich seine Gäste.

Westdeutsche Zeitung, 15. November 2011

 

 

 

Sanfte Töne und musikalische Meilensteine

Japaner und Wuppertaler musizierten am Sonntag gemeinsam

Mit ihrem Frühlingskonzert mit dem Titel "108 Meilensteine der Musik" hatte sich die Wuppertaler Mandolinen-Konzertgesellschaft ganz besonderen Besuch eingeladen - zu Gast war das Setouchi Festival Mandolin Orchestra aus Japan.
Im Mendelssohn Saal der Stadthalle zeigten die Ensembles ein abwechslungsreiches Programm mit Stücken von den alten Meistern wie Bach und Mozart bis hin zu zeitgenössischen Komponisten wie Urmas Sisask und Henrik Gorecki. Die Japaner spielten gar "Black Rain" von Goshi Yoshida, der in Wuppertal studierte.
Wegen des Studiums lebte auch Shogo Miyatake, Leiter des japaniaschen Zupforchesters, viele Jahre in Wuppertal.Die aktuelle Reise ist der Gegenbesuch nach einer Konzertreise deds Wuppertaler Orchesters: 2001 hatten die befreundeten Musiker eine Reihe von Konzerten in Japan gespielt.
Die überwiegend jungen Orchestermitglieder der Mandolinen-Konzertgesellschaft eröffneten den Abend mit dem beschwingten Präludium von Bach. Im weiteren Verlauf wechselten sich ruhigere und schnellere Passagen ab. Zu den dramatischen Tönen von Mozarts Adagio e Fuga tanzte Dirigent und Leiter Detlef Tewes beinahe über die Bühne.
Miyatake fiel im Anschluss vor allem durch seine großen Gesten auf. So entwickelte sich das Triptuque von Yasushi Akutagawa zu einem geradezu spannenden und epischen Stück, in dem die Mandolinen neben Mandola und Gitarre stets im Vordergrund standen.
Zum großen Finale vereinigten sich beide Orchester dann und spielten kraftvoll die Suite von Takashi Kubota - ein Stück, bei dem die Musiker dennoch zeigen konnten, dass so viele Instrumente auch sanft und harmonisch klingen können.

Westdeutsche Zeitung, 24. Mai 2011

 

 

 

Mandolinen und Wiener Geschichten

Trotz Sonnenschein und warmer Temperaturen - Freunde von klassischer Musik und Mandolinen haben es sich nicht nehmen lassen, die Strauss-Gala im Mendelsohnsaal der historischen Stadthalle am Johannisberg zu besuchen. Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal hatte zu dem zweistündigen abwechslungsreichen Abend geladen. Die Besucher wurden aber nicht nur musikalisch unterhalten. Schauspieler Hans Richter übernahm die Moderation des Abends, erzählte Geschichten zu Strauss und zu Wien, wo Richter seine Kindheit und Jugend verbracht hatte. Zwischen Walzern und Polkas von Johann Strauss junior und senior sowie dem weniger bekannten Bruder Josef sorgte Richter mit Witz und Charme für Auflockerung zwischen den Stücken. Glanzlichter waren unter anderem die Ouvertüre zur Operette "Die Fledermaus", die Hymne an Wien", wie Richter den Walzer "An der schönen, blauen Donau" nannte, und der Radetzky-Marsch. Zu letzterem wurde, wie auch beim jährlichen Neujahrskonzert in Wien, das Publikum zum Mitmachen animiert. Die Mandolinen verliehen dem ganzen eine zartere Note, begeisterten das Publikum auf der ganzen Linie. Nach tosendem Applaus gab es weitere Zugaben...

Westdeutsche Zeitung, 3. Mai 2010

 

 

 

Musik spricht für sich: Genuss ohne viele Worte

Das Wuppertaler Ensemble der Mandolinen-Konzertgesellschaft verzichtete auf eine Moderation – und setzte ganz auf festliche Konzertklänge.

„Unser Programm bietet Höhepunkte aus der festlichen und virtuosen Musik des Barocks.“ So kündigte Detlef Tewes den Auftritt der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal in der Stadthalle an. Im Grunde genommen waren das dann auch die einzigen Worte, die der Leiter und Dirigent an diesem Abend offiziell sprach. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Repertoire genau so, wie es auf den zitronengelben Programmzetteln abgedruckt war, ohne jedwede Anmoderation, Erklärung oder Ausführung gespielt.
Den Auftakt machte das etwa 30 Personen starke Ensemble mit Michael Praetorius’ „Tänze aus Terpsichore“. Und wer von den rund 180 Zuhörern – der Mendelssohn Saal war nicht ausverkauft – mehr haben wollte, als sich nur aufs Zuhören zu beschränken, der schaute in den Konzert-Beipackzettel. Dort war einiges Wissenswertes zu erfahren, beispielsweise über die Komponisten des Abends.Der Nachwelt ist Michael Praetorius (1571-1621) vor allem als Musikschriftsteller und Theoretiker in Erinnerung geblieben. Seine beliebte Sammlung weltlicher Tänze, eben jenen „Tänze aus Terpsichore“, hatte er nach gleichnamiger griechischer Muse des Tanzes benannt. Doch nicht nur über Girolamo Frescobaldi oder John Dowland gab es Einiges zu erfahren. Erstgenannter war bereits in jüngsten Jahren Organist am Petersdom.
Die von ihm komponierte „Aria detta la Frescobalda“ wurde als Gitarrensolo von dem 1992 geborenen Felix Siebeneicker vorgetragen. Der wiederum kann nicht bloß gut Gitarre spielen, was er schon nach wenigen Takten eindrucksvoll bewies, Insider kennen ihn auch als Bass im Männerchor der Wuppertaler Kurrende.
Siebeneicker blieb nicht der einzige Solist. Nach der Pause trat Flötist Karsten Greth zusammen mit dem Zupforchester an, um Georg Philipp Telemanns Konzert in h-Moll TWV 51 ohne Fehl und Tadel zu spielen. Ein Wiedersehen gab es ebenso mit Antje Bischof, der aus Wuppertal stammenden Sopranistin. Insgesamt drei Lieder trug sie vor. Zunächst ließ sie anrührend „Flow my Tears“ erklingen, ehe sie „Music for a While“ und „Hark! The ech’ing Air“, beide von Henry Purcell, ertönen ließ.
Einen klangvollen Genuss bescherten auch Julia Hoppe und Maren Littkemann an den Mandolinen ebenso wie Katrin Eisenacher an der Mandola.

Westdeutsche Zeitung, 11. November 2009

 

 

 

Musik zwischen Himmel und Erde

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft ehrt Hartmut Klug

Hartmut Klug hat die Geschichte der Mandolinen-Konzertgesellschaft maßgeblich mitgeprägt. Dafür bedankte sich das Orchester am Sonntag in der Stadthalle mit einer Hommage zum 80. Geburtstag des früheren Leiters. Das Orchester hatte unter der Leitung von Detlef Tewes ein buntes Programm zusammengestellt, das Klug vielseitig präsentierte -–zuerst als Komponisten. Jochen Bauer (Bariton) verlieh sowohl dem „Woyzeck Tango I + II“ als als auch den „Trois Chansons“ nach Texten von Jaques Prevert schauspielerische und sängerische Tiefe.
Dann zeigte sich Klug als Sprecher. In der Eigenkomposition „Von der himmlischen Musik“ stellte er mit einem Augenzwinkern die musikalische Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Situation im Himmel und auf der Erde dar. Außerdem ließen sich in einem der Majolika-Säle kleine Scherenschnitte und andere Kunstwerke Klugs bewundern.
Tewes ergänzte das Programm mit modernen „Klassikern“ der Zupforchesterprogramms: Werke von Antonius Streichardt, Fritz Christian Gerhardt und Christoffer Grafschmidt verdeutlichten die von Klug initiierte Liebe des Orchesters zu Neuer Musik. Schade, dass er nicht auch noch (s)eine Zugabe dirigierte: ein „Souvenir de Paris“.

Westdeutsche Zeitung, 18. November 2008

 

 

 

Mandolinen im Einsatz für den guten Zweck

Reiner-Röhrig-Fonds - Kinderkonzert bringt 838 Euro ein

"Wer spielt denn da mit uns...?"- unter diesem Motto stellte die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal (musikalische Leitung: Detlef Tewes) ihr Orchester am Samstag in einem Kinderkonzert im Festsaal der Rudolf-Steiner-Schule vor.
Dass in einem Zupforchester keine Geige mitspielen darf, aber dafür viele Mandolinen, Mandolen, Gitarren und ein Kontrabass erkennen die Kinder mit Hilfe der Moderatorin Julia Hoppe schnell. Aber auch, als alle Stühle besetzt sind, spielt das Orchester nicht zusammen. Dafür sorgt der Dirigent Markus Grau. Mit ihm gelingt es, das Lied "Bruder Jakob" gemeinsam mit Orchester und Publikum sogar als dreistimmigen Kanon zu musizieren.
Musikalisch geht es nach dieser Mitmachaktion mit einem Herbst-Konzert weiter. Im Konzert von Antonio Vivaldi RV 93 stellen die Solisten Davina Fisseler (Mandoline, erster Satz) und Felix Siebeneicker (Gitarre zweiter Satz) den Herbstwind dar. Zuerst abwechselnd stürmisch und ruhig, dann ganz sanft. Im ersten Satz von Vivaldis Konzert RV 445 unterhält sich anschließend die Solistin Dorothea Höpfner (Blockflöte) mit dem Orchester. Zwischen den Solo-Teilen dürfen die Orchesterinstrumente auch ausprobiert werden. Das lockt schließlich auch die letzten Kinder auf die Bühne. Hier wäre es jedoch schön gewesen, das Lied "Bruder Jakob" noch einmal mit einem spontanen Kinder-Zupforchester aufzugreifen. Denn durch die Unterbrechung fällt der Spannungsbogen der Herbstgeschichte ab.
Alles erfüllt jedoch einen guten Zweck. Karin Röhrig, Initiatorin der Veranstaltung, kann sich am Ende über 838 Euro freuen. Sie sammelt im Rahmen der Reiner-Röhrig-Gedächtnisfonds Spenden, um schwer erkrankte Menschen schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Auch der Erlös des diesjährigen Benefiztages kommt ihnen zugute. Nähere Infos gibt es unter  www.makoge-wuppertal.de und www.rrgfonds-ev.de.

Westdeutsche Zeitung, 27. Oktober 2008

 

 

 

Sternstunden mit Mandolinen

Es ist ein Rundgang durch die zeitgenössische Musik, den die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal bei ihrem Konzert im gut halbvollen Mendelssohn Saal der Stadthalle bietet. Von sieben Werken wurden fünf in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder schon im 21. Jahrhundert komponiert, viele davon extra für die Konzertgesellschaft.So stellen die 35 Musiker auch die Uraufführung von „Electric Flower“ von Thomas Beimel vor. Dabei kombiniert der Wuppertaler Komponist eine E-Gitarre mit den Mandolinen und Gitarren. Recht laut erscheint der solistische Beginn des E-Gitarristen Harald Eller erst einmal nach den dezenten Zupf-Klängen. Nach und nach steigt das Orchester dazu ein, schichtet im Nebeneinander mit der E-Gitarre 3-Ton-Folgen und dissonante Klänge aufeinander. Nach etwa zehn Minuten endet das gleichmäßig ohne Steigerung dahinwabernde Stück dann abrupt. Die meisten Zuhörer applaudieren, es gibt aber auch einzelne empörte Unmutsbekundungen. Dass zeitgenössische Musik nicht zwangsweise dissonant und anstrengend sein muss, zeigen hingegen die Werke von Sisask, Hesse und Streichhardt: Sisasks „Wassermann“ und „Löwe“ aus den Sternzeichen erinnern an Entspannungsmusik. Melodiös schwingt sich ein verträumtes Thema in Wellen über flirrenden Tremolo-Harmonien, während sich der Löwe zupackend und abenteuerlustig gibt. Lutz-Werner Hesse beginnt seine Introduktion aus „Nacht- und Tagstücke“ mit rhythmischem Klopfen auf den Mandolinen-Korpi und bietet dann harmonisch ausgeweitete Melodie-Linien, die immer wieder abrupt abbrechen. Antonius Streichhardt orientiert sich in seinen „Fresken“ an höfischer Barockmusik – mit einem großspurigen Beginn, hübschen, schmeichelnden Mandolinen-Melodien und einer Fuge.Die Mitglieder der Konzertgesellschaft unter der Leitung von Detlef Tewes zeigen sich diesen vielfältigen Anforderungen gewachsen: Sie spielen Melodie-Linien exakt wie ein Instrument, phrasieren passend, übergeben sich Motive bruchlos durch die Instrumentalgruppen. Zusätzlich präsentiert das Gitarrenduo CeCoria mit Begleitung der Konzertgesellschaft das Konzert für zwei Gitarren und Flöte von Guido Santorsola. Celia Preuschoff und Corinna Schäfer spielen perfekt aufeinander abgestimmt die virtuosen Läufe und fein verwobenen Töne. Dazu bläst Karsten Greth innige, lautmalerische Querflöten-Töne.

Westdeutsche Zeitung, 21. April 2008

 

 

 

Abwechslungsreiche Klangbilder

Samtgemeindebürgermeister Herbert Koers hat am Sonntag in der reformierten Kirche den "3. Niedergrafschafter Kultursommer" eröffnet. Er konnte dafür renommierte Gäste willkommen heißen: die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal... Das "Concierto für zwei Gitarren und Zupforchester mit Flöte" des uruguayischen Komponisten Guido Santorsola eröffnete den Nachmittag. Das fremdartig wirkende Klanggebilde beginnt mit einer statisch-meditativen Verzierung der Soloflöte, die von polyphonen Gitarrenpassagen weitergeführt werden... Durchweg zeigten Solistinnen und Ensemble technisch und musikalisch eine hochklassige Interpretation...
Ihrem Ruf nach ist die Mandoline ein Volksmusikinstrument.. doch hat sie sich... längst von diesem Genre emanzipiert. An dieser Emanzipation hat die Wuppertaler Konzertgesellschaft einen bedeutenden Anteil. Davon konnten sich die Zuhörer in Uelsen umfassend überzeugen

Grafschafter Nachrichten 15. April 2008

 

 

 

Preisverdächtige Musiker haben Frühlingsgefühle

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft sichert eine Auszeichnung nach der anderen ...

Es ist kein Zufall, dass Wuppertal die einzige Mandolinen-Professur Deutschlands besitzt. Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal sorgt schon seit vielen Jahren für qualifizierten nachwuchs an einem Instrument, das heute wenig populär ist.
Regelmäßig gewinnt das Ensemble erste Preise beim Deutschen Orchesterwettbewerb, präsentiert Uraufführungen zeitgenössischer Werke und spielt Aufnahmen für Rundfunkstationen. Dabei war zu Beginn der musikalische Aspekt nur Nebensache: 1919 taten sich ein paar Leute zusammen, um gemeinsam zu wandern und zu musizieren.
Bald jedoch wagten sie die ersten Konzerte. 1921 lagen dabei die Eintrittspreise noch bei gerade einmal 1,50 Mark. Schon 1925 spielte das Orchester die erste Live-Rundfunkaufnahme.
Mit der Machtübernahme der Nazis wurde jedoch das Orchester infiltriert. Der Dirigent und Sozialdemokrat Ludwig Mauelshagen wurde angefeindet und gründete eine neues Ensemble, die Mandolinen-Konzertgesellschaft Elberfeld. Nach dem Krieg formierte sie sich schnell wieder, wobei die Beschaffung von Noten und Instrumenten allerdings schwierig war.
Schon in den 50er Jahren jedoch hatte das Ensemble eine so hohe Qualität, dass es mehrmals Tonbandaufnahmen für den WDR einspielte. Eine neue Ära leitete 1968 Hartmut Klug ein, der dem Orchester zeitgenössische Musik nahe brachte. "Wir haben eine wunderbare Zeit miteinander verbracht", schwärmt der Vereinsvorsitzende Peter Flache noch heute. In diese Zeit fielen auch Konzertreisen nach Beer Sheva (1981) und Kosice (1987).
Seit zehn Jahren leitet nun Detlef Tewes die Mandolinen-Konzertgesellschaft und hat das Niveau weiter gesteigert. Obwohl er vor zwei Jahren in den Schwarzwald gezogen ist, reist er jeden Montag per ICE zur Probe an. Immer wieder kommen auch Komponisten aus der Region auf das Orchester zu, das bereitwillig ein bis zwei Uraufführungen pro Jahr spielt. "Wir können da nicht so viel Rücksicht auf unsere Zuhörer nehmen", sagt Flasche. "Wir machen das gerne".
So gewann die makoge beim Orchesterwettbewerb in Osnabrück den Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes. Ein weiteres Anliegen ist den Musikern die Nachwuchsförderung. Schon in den Nachkriegsjahren spielten sie Konzerte für Kinder.
Heute arbeiten sie eng mit verschiedenen Wuppertaler Musikschulen zusammen, stellen Instrumente, präsentieren ihr Ensemble bei Konzerten. 16 Jahre jung sind die jüngsten der 35 Musiker, die ältesten 70 Jahre. "Man muss wochen- und monatelang gucken, dass man immer ein bisschen mehr spielt", erinnert sich der zweite Vorsitzende Henrik Lube an seine Anfänge. Doch bald gehören auch die Neulinge fest zum Orchester, das 10 bis 15 Konzerte im Jahr spielt, regelmäßig Tourneen unternimmt und schon vier CDs eingespielt hat.

Westdeutsche Zeitung, 29. März 2008

 

 

 

Nachwuchspreis geht nach Wuppertal

Die Bergische Musikschule und die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal wurden gemeinsam mit dem 1. Preis des Sparda-MusikNetzWerkes in der Kategorie "Nachwuchs" ausgezeichnet... Die zu den deutschen Spitzenensembles zählende Mandolinen-Konzertgesellschaft hat es immer wieder verstanden, junge SpielerInnen in das Orchester zu integrieren und damit Nachwuchsprobleme, wie sie anderswo festzustellen sind, vermieden. Nach wie vor unterstützt die "makoge wuppertal" zahlreiche Projekte der Bergischen Musikschule, so beispielsweise aktuell ein neues Angebot mit elektrischer Mandoline - in Deutschland noch wenig bekannt. Weitere Konzerte für Kinder sowie ein gemeinsames "Projektensemble" für Zupfergehören zu den geplanten Aktivitäten der nächsten Zeit.

Concertino IV/2007

 

 

 

Puzzlespiel mit Streicheleinheiten

In der Stadthalle ging es nicht nur klassisch zu. Das Wuppertaler Orchester präsemtierte eine Uraufführung

Das Orchester ... eröffnete den kurzweiligen Abend mit Christopher Grafschmidts Werk "Puzzlebaum", das sich wie ein Puzzle aus verschiedenen Orchestergruppen zusammensetzt ... Da für die Besetzung nur wenige Werke existieren, vergibt die Mandolinen-Konzertgesellschaft immer wieder Kompositionsaufträge. So gab es auch am Sonntagabend eine Uraufführung: Cathy Millikens "Pieces 1-6". Die verschiedenen Stücke, inspiriert von dem Gedicht "Objects" von Gertrude Stein , schwankten zwischen "Weilen und Wendigsein", so die Komponistin. Dafür griff sie bei der Komposition auf verschiedene Techniken zurück: Mit Babyhaar-Bürsten zum Beispiel streichelten die Spieler die Saiten ihrer Instrumente. Durch Stampf- und Klopfrhythmen verwandeln sich Mandolinen und Gitarren von Melodie- zu Percussionsinstrumenten ...

WZ vom  31. Oktober 2007

 

 

 

Schwungvolle Zupfmusiker entdecken die leichte Muse

Wuppertaler glänzen mit Salonmusik in der Stadthalle

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal ist bekannt für seriöse Konzertprogramme. Aber warum immer hartnäckig an dieser Tradition festhalten? Am Sonntagabend wechselten die Musiker das Fach und pflegten in der Stadthalle die leichtere Muse: die Salonmusik. Auch auf diesem Feld bewegten sie sich traumhaft sicher und sorgten unter Leitung von Detlef Tewes für einen unterhaltsamen Abend.
Überwiegend mediterran ging es zur Sache ... Unter Tewes' Leitung spielten die Wuppertaler Zupfmusiker sehr vital und stilsicher... Am Ende gab es frenetischen Beifall, wofür sich die Mandolinen-Konzertgesellschaft mit einem italienischen Stück bedankte.

WZ vom  15. Mai 2007

 

 

 

So machen Konzerte Kindern Spaß

Mandolinen-Konzertgesellschaft begeisterte in der alten Schmiede der Firma Knipex

Cronenberg. Was nichts kostet, ist nichts'' Wer eines der beiden Kinderkonzerte der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal e.V. in der Alten Schmiede der Firma Knipex miterlebt hat, wird vehement widersprechen: Bei freiem Eintritt wurde den kleinen Konzertbesuchern ein großes Musikerlebnis geboten, ein Konzert, dass das schaffte, worauf es abzielte: die Lust an der Musik zu wecken und es vielleicht sogar einmal selbst mit einem Instrument zu versuchen.

Rund 200 Besucher nahmen das Geschenk der Firma Knipex am vergangenen Sonntag an. Während es draußen hagelte, wurde den Zuhörern eine musikalische Frühlingsimpression geboten. Detlef Tewes und sein Orchester spielten ein kurzes Stück von Grieg („Norwegische Tänze") und eine Fuge von Mozart, Renate Bergner erzählte die Geschichte vom Zwerg und dem Bär, es wurde gemeinsam gesungen und nicht zuletzt durften sich die Kinder auch selbst auf den Instrumenten üben - „Hören, sehen und spüren", der Untertitel des Konzertes, hatte nicht zu viel versprochen.

Nicht nur das Programm war kindgerecht. Ein Erlebnis war allein, wie makoge-Dirigent Detlef Tewes durch das Konzert führte. Ein Elfenbeinturm war weit und breit nicht in Sicht - unkompliziert und mit spürbarer Freude agierten Tewes und seine 35 Musiker, wurden Kinder immer wieder einbezogen - so spaßig kann „ernste" Musik sein! Kein Wunder: Die bereits 1934 gegründete Mandolinen-Konzertgesellschaft spielt schon seit 1970 für Kinder und ist Erfinder der „Sitzkissen-Konzerte".
Aber auch die Erwachsenen hatten ihren Spaß - oder haben Sie schon einmal „Bruder Jakob" im Kanon auf Deutsch, Englisch und Französich gleichzeitig gesungen''? Das geht und klang sogar richtig gut - wie das gesamte Konzert!

 

Cronenberger Woche  -  23. März 2007

 

 

 

Schmissiger Wuppertaler Marsch auf Mandolinenart

Jüdische Kulturtage im Rheinland  -  Zupfmusik und Tanz

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal ist bekannt für Programme, deren Inhalte häufig jenseits des gewohnten Repertoires liegen. In der Unterbarmer Hauptkirche kombinierte sie im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Musik mit Tanz. Zu hören gab es gemäßigte moderne Musik von hier so gut wie unbekannten jüdischen Komponisten.

Unter der umsichtigen Leitung von Detlef Tewes zeigte sich das Zupforchester bestens disponiert. Solistisch glänzte die junge Mandolinenspielerin Julia Hoppe. Auch Elena Kofinä und Irina Castillo (Folkwang-Hochschule Essen) präsentierten sich als talentierte Nachwuchskünstler.

Selbstredend wurde noch eine Zugabe erklatscht: Der schmissige „Wuppertaler Mandolinenmarsch" Benjamin Bilskys wurde uraufgeführt. Die Tinte auf den Notenblättern war aber noch so frisch, dass die Konzertgesellschaft keine Zeit zum Proben hatte. „Prima vista" (aus dem Stegreif) gelang ihr trotzdem ein temperamentvoller, packender Konzertausklang

 

Westdeutsche Zeitung vom 14.3.2007